Nach dem Aus der Buchmesse Olten für die Ausgabe 2016 ist das Bedauern in der Literaturszene gross: «Die Buchmesse war eine der wenigen Veranstaltungen, bei der sich die Stadt positiv in Szene setzen konnte», sagt etwa der Oltner Schriftsteller Alex Capus, der auch mehrmals auf der Bühne im Stadttheater stand.

Doch auch ausserhalb der Kultur stösst der Entscheid von Initiator Thomas Knapp, sich als Organisator zurückzuziehen, auf grosses Bedauern: «Die Buchmesse hat einen sehr guten Ruf genossen und war ein Aushängeschild über die Region hinaus», sagte Stefan Ulrich, Geschäftsführer von Olten Tourismus, dieser Zeitung. 

So endgültig, wie es in der Medienmitteilung von vergangenem Freitag heisst, ist das Ende der Buchmesse vielleicht doch nicht. Verleger Knapp hat das Kapitel jedenfalls noch nicht definitiv abgeschlossen. Auf Anfrage sagte er gestern: «Wenn sich jemand findet, der weitermachen will, stehe ich ihm mit Rat und Tat zur Seite.»

Das Stadttheater ist für den Termin der Buchmesse Ende Oktober 2017 noch immer reserviert. Neben einem neuen Macher braucht die Buchmesse aber auch einen finanziellen Beitrag über mehrere Jahre im «fünfstelligen Bereich», wie Knapp gegenüber dieser Zeitung ausführte. Konkret geht es um rund 30 000 Franken, die nötig wären.

Hört man sich in Olten um, dann ist die Hoffnung auf eine Neuauflage der Buchmesse noch längst nicht gestorben. Schriftsteller Capus sagt: «Wenn wir in Olten wirklich eine Buchmesse wollen, dann findet sich sicher irgendwo ein Kässeli.» Sein Oltner Berufskollege Pedro Lenz drückt sich etwas vorsichtiger aus:

«Dieser Beitrag aufzutreiben, dünkt mich nicht unrealistisch.» Die Stadt Olten, die bisher 5000 Franken an die Veranstaltung zahlte, will eine grössere finanzielle Beteiligung nicht von vornherein ausschliessen, doch Stadtpräsident Martin Wey sagt auch: «Die Buchmesse ist auf privater Basis entstanden. Dass die Stadt jetzt einfach einspringt, dürfte aufgrund der knappen Kasse schwierig sein.»

Die kantonale Kulturförderung hat bisher 30 000 Franken gezahlt und ist einem stärkeren Engagement nicht abgeneigt: «Benötigte die Buchmesse für ein Jahr einen zusätzlichen Beitrag, könnten wir das sicher prüfen», sagt Rainer von Arx, Vizepräsident des kantonalen Kuratoriums für Kulturförderung.

Was in seinen Augen nicht zulässig ist, ist den Betrag langfristig «unverhältnismässig zu erhöhen». Ebenfalls Hilfe bei der Sponsorensuche anbieten könnte die Oltner Wirtschaftsförderung: «Jetzt mal eine Pause zu machen, ist nicht negativ», sagt Urs Blaser. «Möchte jemand die Buchmesse wieder beleben, würden wir schon eine Liste von Firmen zusammenstellen, die man anfragen könnte.»

Eine gute Ausgangslage hätte der neue Macher auf jeden Fall. Viele der bisherigen Partner würden eine Neuauflage begrüssen, etwa das Buchzentrum in Hägendorf, das für die Logistik der Bücher zuständig war: «Die Buchmesse ist für uns eine wichtige Plattform, und wir hoffen, dass es wieder eine gibt», sagt Marketing-Verantwortliche Nicole Gisi.

Urs Bütler wird am meisten genannt

Das Geld aufzutreiben ist das eine, doch wer könnte der neue Macher sein? Von vielen wird Urs Bütler genannt, Inhaber der Oltner Buchhandlung Schreiber. Pikant: Er war mit seinem Geschäft an keiner der zehn Buchmessen mit einem Stand im Stadttheater vertreten. Vor der ersten Ausgabe im Jahr 2006 stieg er aus dem Projekt aus – aus Kapazitätsgründen, weil er gleichzeitig an der Frankfurter Buchmesse präsent war.

Nun gibt sich Bütler offen für ein Engagement: «Vielleicht müsste das eine Event-Firma organisieren, das sind Profis.» Er mit seinen 25 Leuten könnte nicht noch jemanden für die Messe abstellen. Vorher gäbe es aber noch viel Organisatorisches zu klären. Er sagt aber auch: «Eigentlich ist die Buchmesse ja schon ein eingeführtes Produkt.»