Olten

Es gibt nicht nur Karussellfreunde in der Stadt Olten

Die Karussell-Bar auf der Kirchgasse in Olten hat nicht nur Freunde.

Die Karussell-Bar auf der Kirchgasse in Olten hat nicht nur Freunde.

Die Karussell-Bar an der Oltner Kirchgasse findet nicht nur zustimmende Worte. «Jetzt ist nicht Chilbi», lassen sich Passanten etwa vernehmen.

«Lueg do: Hei si Chilbi z Oute?», fragt der Senior unter der Pudelmütze. Sein Blick geht hin zum Karussell, welches seit Ende November die Oltner Kirchgasse ziert. «So öppis Blöds», sagt er noch und zieht von dannen, während (vermutlich) seine Frau noch etwas zurückbleibt und dann halblaut sagt: «Und einen Maronistand wollten sie nicht an der Kirchgasse aufstellen.» Andere kritische Taxationen reichen von «kitschig» bis «völlig unpassend».

Bewilligt hat das Vorhaben die städtische Gewerbepolizei. «Wir fanden die Idee, die ursprünglich vom Rathskellerwirt Roger Lang stammt, gut», sagt Andreas Minder, Verantwortlicher der Gewerbepolizei. «Deshalb haben wir die Platzierung des Karussells, eigentlich ein Bar, auch begrüsst», so der Marktpolizist weiter. Zur Belebung der Kirchgasse in der trüben Jahreszeit halt. Bislang habe er vor allem positive Rückmeldungen erhalten, so der Chef der Marktpolizei weiter. Das Zelt gehört der Schaustellerfamilie Buser, die unter anderem jeweils mit dem Riesenrad an der hiesigen Chilbi gastiert. Sie sorgt auch für den Betrieb im Gastrozelt, wo Glühwein, Suppe oder etwa Hot Caipirinha angeboten werden. «Die Öffnungszeiten orientieren sich strikt am Leitfaden zur Nutzung des öffentlichen Raumes in der Kirchgasse», betont Minder.

Bis an Heiligabend

«Das Zelt bleibt vier Wochen stehen, noch bis zum 24. Dezember», weiss Minder. Danach verschwindet die sich drehende Konstruktion – daher auch deren offizielle Bezeichnung «Karussell- Bar» – wieder von der Bildfläche.

Also gilt in Olten: Karussell ja, Maronistand nein? «Das kann man nicht miteinander vergleichen», sagt Minder. Zum einen würde der Maronistand länger als drei Monate stehen bleiben und bräuchte deshalb eine Baubewilligung, was bei der Karussell-Bar nicht der Fall ist. Zum andern, so betont Minder weiter, habe sich tatsächlich ein Standort für den Maronimann in der Innenstadt finden lassen. «Aber ein Ort für einen Maronistand und nicht für einen Kiosk», wie der Gewerbepolizist betont. Doch habe sich Yousef Bitar nicht entscheiden können, auf der Terrasse vor der Stadtkirche, die nicht ins Regime der Kirchgasse fällt (Grund: gehört der christkatholischen Kirchgemeinde), seinen Stand zu betreiben.

Richtlinienkonform?

Gemäss Franco Giori, Leiter Öffentliche Sicherheit, wird vom Betreiber des Karussells ordnungsgemäss eine Gebühr verlangt. Er bestätigt auch, dass die Bewilligung von der Gewerbepolizei erteilt wurde. Ob die Einrichtung richtlinienkonform ist, bleibt offen: Der Leitfaden Kirchgasse lässt sich zu Ausstattungen und Einrichtungen wie folgt zitieren: «Zelte, Überdachungen, Bodenbeläge, Podeste, Zäune, Dekorationen (wie z. B. Kunstobjekte, Paravents usw.), Heizstrahler, Tonwiedergabegeräte, Bareinrichtungen, Öfen und Grilleinrichtungen werden von Fall zu Fall beurteilt.» Zum Thema «Aussengastronomie» dagegen untersagen die Richtlinien «Podien, Treppenabsätze, Stufen, Erhöhungen und Bühnen».

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