Kantonsspital Olten
Es gibt keine Zweitauflage der abgehängten Kunstausstellung – Maler Jörg Binz verzichtet darauf

Die aus einem Missverständnis vorzeitig abgehängte Kunstausstellung im Kantonsspital Olten, was in der Region für Kopfschütteln sorgte, wird nicht mehr neu aufgehängt. So will es der Künstler Jörg Binz.

Fabian Muster
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Kunstmaler Jörg Binz (links) mit Redner Pedro Lenz bei der Vernissage der Ausstellung Mitte September.

Kunstmaler Jörg Binz (links) mit Redner Pedro Lenz bei der Vernissage der Ausstellung Mitte September.

Bruno Kissling

Seit dem 18. September zeigte Kunstmaler Jörg Binz 80 Werke im Hauptgang und im Restaurant des Kantonsspitals Olten, darunter gab es rund fünf Aktzeichnungen und ein Ölbild mit einem nackten Frauenunterleib. Weil der Verwaltungsrat der Solothurner Spitäler AG bei der letzten Sitzung am vergangenen Donnerstag die aus seiner Sicht unpassenden Bilder sah, ging die Weisung raus, diese sofort abzuhängen. Doch statt nur die Aktbilder zu entfernen, wurde «aus irgendeinem Missverständnis der Kommunikation» die ganze Ausstellung abgehängt, wie Verwaltungsratspräsident Verena Diener am Montag gegenüber dieser Zeitung erklärte. Die ehemalige Zürcher Regierungsrätin und Grünliberale-Ständerätin wollte dafür sorgen, dass die Bilder baldmöglichst wieder aufgehängt werden.
Doch dazu kommt es nun nicht. Der betroffene Künstler Jörg Binz verzichtet auf das Angebot der Solothurner Spitäler AG, wie Mediensprecher Gian Trionfini am Dienstagnachmittag auf Anfrage mitteilt. Die Bilder werden also nicht mehr aus dem Keller geholt. Binz war auf Anfrage dieser Zeitung am Dienstag nicht erreichbar. Er sagte jedoch am Montag gegenüber dieser Zeitung, dass Verena Diener den «Spitalleuten die Schuld in die Schuhe schiebt» und er die Argumentation für die vollständig abgehängte Ausstellung als «fadenscheinig» erachtet. Zudem würden ihm die Leute der Imagegruppe Kultur leidtun, welche für die Organisation der Ausstellung zuständig sind und nach dem Abräumen nun die Bilder wieder aufhängen müssten.

Mediensprecher Trionfini betonte allerdings, dass die Mitglieder der Imagegruppe sich bereits vorbereitet hätten, die Bilder wieder zu montieren. Allerdings hätte die Ausstellung nur noch zehn Tage gedauert – auf Wunsch und nach Absprache mit dem Künstler hätte sie aber auch verlängert werden können. Am Freitag, 14. Dezember, wäre die Finissage gewesen.
Wo die interne Kommunikationspanne bei den Solothurner Spitälern passierte, dass gleich alle Werke statt nur die Aktbilder entfernt wurden, ist weiterhin nicht klar. Gemäss dem Mediensprecher sei die Nichtbeachtung des im Rahmen einer anderen Ausstellung gefällten Grundsatzentscheids des Verwaltungsrats, keine Aktbilder mehr aufzuhängen, keine «bewusste Handlung» der Imagegruppe gewesen. Einzelne Mitglieder der Imagegruppe waren für diese Zeitung am Dienstag nicht erreichbar. Die nächste Kunstausstellung im Kantonsspital Olten ist ab Ende Januar 2019 geplant. Gemäss Verwaltungsratspräsidentin Diener wird die Imagegruppe auch künftig unabhängig agieren und die Künstler auswählen können. Die Gruppe lässt zudem den Künstlern freie Hand. Die Werke für die Ausstellung werden nicht gemeinsam ausgesucht.

(Mitarbeit: Fränzi Zwahlen-Saner)

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