Es droht das Eigengoal

Fabian Muster
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Die ursprünglich beabsichtige grosse Listenverbindung zwischen allen fünf bürgerlichen Parteien, um die Mehrheit im Oltner Gemeindeparlament zurückzugewinnen, kommt so nicht zustande. Noch vor dem öffentlichen Bekanntwerden des Schulterschlusses geht die EVP von Bord. Am Dienstagabend folgte die GLP nach dem Njet der Parteibasis. In beiden Fällen konnten die Mitglieder der Kleinparteien, die je einen Sitz im 40-köpfigen Gemeindeparlament halten, die eigenen Grundwerte im grossen Verbund kaum wiedererkennen.

Gestern Abend hat die SVP nun die Hand den beiden verbliebenen bürgerlichen Partnern ausgestreckt: Die Volkspartei will auch ohne GLP eine Listenverbindung mit der FDP und der CVP eingehen. Bei letztgenannter Partei sieht es aber unter der neuen Ausgangslage nicht so aus, als ob ein Schulterschluss noch zustande käme. Bei der FDP ihrerseits ist offen, ob ihre Mitglieder bereit wären, trotz Vorbehalte gegenüber der SVP, die von der Volkspartei ausgestreckte Hand anzunehmen. Dazu kommt: Die Linken könnten die Lunte gerochen haben: Traditionellerweise gehen SP und Grüne eine Listenverbindung ein. Käme mit Olten jetzt! die dritte Linkspartei dazu, hätten die Bürgerlichen einen noch schwereren Stand bei den nächsten Wahlen. Ihnen droht das klassische Eigengoal: Eine gute Idee wird kopiert und gereichte ihnen zum Nachteil.