Kunst
Es dreht und klingt, scheppert und klappert in Stadt und Land

Paul Gugelmann, Solothurner Kunstpreisträger 2015, prägt mit seinen mobilen Skulpturen wie kein Zweiter den öffentlichen Raum zwischen Olten und Aarau – und auch weit darüber hinaus trifft man unverhofft auf eines seiner beweglichen Kunstwerke.

Christian von Arx
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Es dreht und klingt, scheppert und klappert, wippt und spritzt in Stadt und Land
13 Bilder
Nepomuk, auf der Aarebrücke Schönenwerd-Niedergösgen (1993).
Meridian, bei der Schulanlage Meridian in Gretzenbach (1993).
Miravento, beim Schulhausplatz Bühl in Däniken (2006).
Aquacipedalus, im mittleren Becken der Badi Schönenwerd (1992).
Yorick, im Altersheim Haus im Park in Schönenwerd (1988).
150 Jahre Bahnhof Olten, bei Gleis 7 (2006 – Aufnahme von der Einweihung; heutiger Standort bei den Aufgängen von der Hardegg-Unterführung).
Rösslispiel, vor der Überbauung Rössligut in Aarau (2012).
Wassermusik, im Park der Musikschule Uri in Altdorf (1999).
Das Traumschloss, im gedeckten Vorraum von Schloss Wartenfels in Lostorf (2002).
Parikarus, im Paraplegikerzentrum Nottwil (1992).
Die 11-Uhr (Solothurner Uhr), Fassade UBS beim Bieltor in Solothurn.
Energeia, beim Wasserkraftwerk Ruppoldingen (2001).

Es dreht und klingt, scheppert und klappert, wippt und spritzt in Stadt und Land

Bruno Kissling

Das metallische «Dingdang, dingdang», das jeweils zur vollen Stunde im Bahnhof Olten erklingt und ältere Jahrgänge an das Signal beim Absenken einer Barriere erinnert, stammt von Paul Gugelmanns Bähnler-Figur.

Für Tausende von Bahnreisenden gehört es täglich, bewusst oder unbewusst, zum Cachet dieses Bahnhofs. Den Autofahrern begegnet Gugelmann als Windweiser im Kreisel Gretzenbach oder als Nepomuk auf der Brücke zwischen Schönenwerd und Niedergösgen, Postkunden als Flugpionier Ikarus vor der Hauptpost Aarau, Wasserratten als klingender Wasservelofahrer in der Badi Schönenwerd, Kirchgängern als Jonas im Bauch des Fisches vor der reformierten Kirche Lostorf ...

Ob vor dem Schulhaus oder im Altersheim, vor der Raiffeisenbank oder beim Gemeindezentrum, ob beim Spaziergang zum Wasserkraftwerk Ruppoldingen oder auf einem Ausflug zum Schloss Wartenfels – bei den unterschiedlichsten Gelegenheiten steht man in Gugelmanns Heimatregion Niederamt plötzlich vor einer seiner witzigen, hintersinnigen Konstruktionen.

Manche dieser Gestalten sind längst vertraute Begleiter im Alltag. Auch in der Kantonshauptstadt, wo der Gretzenbacher Künstler der Solothurner Zahl 11 mit einer «11-Uhr» die Reverenz erwiesen hat.

Und wer einen Besuch im Paraplegikerzentrum Nottwil macht, einmal zur Scuola Dimitri in Verscio pilgert oder sich in Sils-Maria erholt, kann an diesen Orten unversehens einem neuen, noch nie gesehenen «Gugelmann» begegnen.

Weitere Werke stehen bei Firmen wie Nussbaum und Alpiq in Olten oder Prometall in Kestenholz, andere in privaten Gärten, und das bis in Oltens Partnerstadt Altenburg in Thüringen und neuerdings gar in Thailand.

Gugelmanns Figuren leben, werden durch Wind, Wasser oder einen Elektromotor bewegt, setzen sich selbst in Betrieb oder lassen sich mit Muskelkraft betätigen, und viele von ihnen machen sich durch Klimpern, Rattern oder Glockentöne akustisch bemerkbar. Es «gugelt» im Land!

In fröhlicher Beharrlichkeit hat Paul Gugelmann, inzwischen 86, seit drei Jahrzehnten mit seinen mobilen Skulpturen unseren öffentlichen Raum verändert und geprägt. Ganz neu sind sie auf einer Velo- und Wanderkarte verzeichnet und damit leicht auffindbar (erhältlich über www.gugelmann-museum.ch).

Paul Gugelmann zeigt zwei interessierten Besucherinnen sein Werk «Das Trojanisches Pferd» (1993).
5 Bilder
Paul Gugelmann 2014 bei der Arbeit mit Schulkindern.
Paul Gugelmann zeigt eines seiner Werk.
Eine Skulptur von Paul Gugelmann 2003 in einer Ausstellung im Palais Besenval.
Ein Werk von Gugelmann 2003 in einer Ausstellung im Palais Besenval.

Paul Gugelmann zeigt zwei interessierten Besucherinnen sein Werk «Das Trojanisches Pferd» (1993).

Bruno Kissling

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