Wangen wächst. Und was wächst, braucht Platz. Das ist auch bei Schulen im Dorf nicht anders. Bei jener in Wangen bei Olten schon gar nicht. Lagen die Schülerzahlen – vom Kindergartenkind bis hin zum Neuntklässler der Oberstufe – im Schuljahr 2015/16 noch bei 475 Kindern, so sind es im laufenden Schuljahr bereits 486; Tendenz steigend.

Bis ins fünf Jahren rechnet man mit einer Zunahme der Schülerzahlen von 80 bis 95 auf rund 560. «Das ist erst noch eher konservativ gerechnet», sagt Dominic Roppel, Präsident der Arbeitsgruppe Schulraumplanung.

Wen wunderts also, wenn neuer Schulraum beschafft, beziehungsweise geschaffen werden muss. Basis dieser Schülerzuwachsprognose: Die Bauvorhaben, die in jüngerer Zukunft realisiert werden.

Bis ins Jahr 2022 sollen «mit hoher Wahrscheinlichkeit», wie die Botschaft an die Wählerschaft sagt, bis zu 309 Wohneinheiten entstehen. Noch nicht mal eingerechnet darin sind die mindestens 15 anstehenden Einfamilienhäuser.

Handlungsbedarf im Alpbereich

In Wangen kam die vom Gemeinderat eingesetzte Arbeitsgruppe Schulraumplanung auf Basis der Wachstumszahlen rasch zum Schluss, am Schulstandort Alp die notwendige Erweiterung vorzusehen.

Zum einen liegt der Standort zentral; und: «Was dort schon seit längerem fehlte, waren zusätzliche Räume für Logopädie, die spezielle Förderung und Gruppenräume», sagt Mirco Pittroff, Bauverwalter und als solcher Mitglied der Arbeitsgruppe.

Zwar kam das Schulhaus Alp aus baudenkmalpflegerischer Sicht nicht für eine Erweiterung infrage, jedoch der benachbarte Kindergarten Alp. Eine kostenintensive Sanierung dieser Anlage drängte sich sowieso auf, von der dortigen Heizung nicht zu reden.

Was sich bei der Planung relativ rasch herauskristallisierte: «Wir wollten keinesfalls ein bauliches Vorgehen in Etappen», so Pittroff. Die Gründe leuchten ein. Eine Etappierung des Projekts würde teurer, brächte vermehrt Immissionen und «wäre auch aus Sicherheitsaspekten nicht zu befürworten», wie Roppel sagt.

Nun ist vorgesehen, dass die Kindergartenschüler für ein Schuljahr in einen Schulcontainer umziehen. Auch die Kosten dafür sind im beantragten Kredit enthalten. Geht alles gut, sind sie zum Schuljahresbeginn 2019/20 im neuen Schulhaus anzutreffen.

Kindergärteler übrigens werden ihren eigenen Schulhauseingang auf der Nordseite des Gebäudes, die Primarschüler den ihren auf der Ostseite haben. Und: «Mit dem gedeckten und nach drei Seiten offenen Eingangsbereich beim Neubau können wir einem lang gehegten Wunsch nach einer gedeckten Pausenanlage ansatzweise nachkommen», sagt Pittroff. Und Roppel: «Das hat bislang gänzlich gefehlt am Standort Alp.»

Daher kommt Geschäft an die Urne

Bereits an der Gemeindeversammlung vom Juni passierte das Projekt «Erweiterung Schulstandort Alp» quasi ohne Opposition mit befürwortenden 71 bei 3 enthaltenden Stimmen. Lediglich eine Stimme hatte sich gegen das Projekt, welches unter einem Kostendach von 4,2 Mio. Franken entstehen soll, gestellt.

Nun kommt das Geschäft am 24. September an die Urne, weil der dafür beantragte Kredit die Limite von 1,5 Mio. Franken, über welchen die Gemeindeversammlungen bestimmen kann, deutlich übersteigt.

Das Geschäft ist für Wangen eine sogenannte «grosse Kiste». «Seit einem guten Vierteljahrhundert ist dies das grösste Vorhaben», weiss Roppel. Als letzte grosse Kiste gilt das Gemeindehaus, welches 1991 bezogen wurde.

Immerhin: Die Gemeinde kann den beabsichtigten Erweiterungsbau aus eigener Kraft stemmen; dank der positiven Rechnungsabschlüsse aus vergangenen Jahren und dem Erlös aus dem Landverkauf Muhrmatt.

Hervorzuheben ist: Das Projekt des Büros Werk1 Architekten aus Olten ist bei den Mitgliedern der Arbeitsgruppe einhellig auf Zustimmung gestossen. «Die Auswertung der Wettbewerbsbeiträge hat unter Berücksichtigung der Zuschlagskriterien (…) ergeben, dass das Büro Werk1 Architekten das Projekt mit dem höchsten Gesamtnutzwert erreicht hat», steht denn auch in der Abstimmungsbotschaft zu lesen.

«Es war tatsächlich so: Die sechsköpfige Arbeitsgruppe ist völlig unabhängig voneinander zum selben Schluss gekommen», sagt Roppel. Ein Umstand, der an sich für das Projekt spricht, wie der Präsident der Arbeitsgruppe zu verstehen gibt. Für die Gesamtbewertung massgebend waren die Aspekte Entwurf (50 Prozent), Kostenschätzung (40 Prozent) und Honorarofferte (10 Prozent).

Keine spürbare Opposition

Von einer breiten Opposition gegen das Projekt ist im Dorf nichts zu spüren. «Das Vorhaben ist sehr gut vorbereitet und breit abgestützt», sagt Roppel. Einzig die Tatsache, das neue Gebäude auf der Alp in Holzständerbauweise zu erstellen, hatte an der Gemeindeversammlung im Juni ein gewisses Echo ausgelöst. Der Hellhörigkeit sei vorzubeugen, ging die Meinung. Man werde diesem Umstand mit Sicherheit Rechnung tragen, so der Repräsentant von Werk1 Architekten damals. Man war beruhigt.