Wangen bei Olten
Erstmals eine Frau am Ruder: Daria Hof-Schwarzentruber ist neue Gemeindepräsidentin

Die neue Gemeindepräsidentin von Wangen bei Olten heisst Daria Hof-Schwarzentruber. Damit bleibt das Amt in freisinniger Hand.

Urs Huber
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Daria Hof ist die neue Gemeindepräsidentin von Wangen bei Olten.

Daria Hof ist die neue Gemeindepräsidentin von Wangen bei Olten.

Bruno Kissling

Der Entscheid fiel knapp aus: mit einem Vorsprung von 46 Stimmen auf ihren Mitkonkurrenten Patrick Schmid (CVP) gewinnt Daria Hof-Schwarzentruber (FDP) die Ausmarchung ums Gemeindepräsidium in Wangen bei Olten. Der zweite Wahlgang war notwendig geworden, nachdem keiner der anfänglich drei Kandidaten beim ersten Wahlgang im Juli das absolute Mehr erreicht hatte. Der Vertreter der SVP, Christian Riesen, stieg daraufhin nicht mehr ins Rennen. Dessen Partei unterstützte in der Folge Patrick Schmid. Das Präsidialamt bleibt somit weiterhin in freisinniger Hand. Daria Hof-Schwarzentruber folgt auf Beat Frey, der nach 14 Amtsjahren nicht mehr zur Wahl angetreten war.

Es ist ein Freudentag für die 40-jährige Sekundarlehrerin. «Als erste Frau ins Gemeindepräsidium von Wangen gewählt zu werden, find ich cool.» Dass es knapp würde, damit habe sie gerechnet, aber immer an den Wahlsieg geglaubt. Der Vorsprung mache sie stolz. Und in die Zukunft geblickt: Nun könne endlich mit der Arbeit begonnen werden. «Die letzten Zusammenkünfte waren doch sehr geprägt vom Umstand, dass die Frage nach dem Gemeindepräsidium noch unbeantwortet ist», so Daria Hof, die im Übrigen von einem fairen Wahlkampf spricht. Beide hätten Pro-Kampagnen geführt. Und bei aller Freude vergisst sie nicht, sich als eines von sieben Mitgliedern des Gemeinderats zu verstehen. «Alleine erreicht man nichts, es geht alles nur im Team», so ihre Losung.

«Natürlich bin ich enttäuscht», so Patrick Schmid. Aber die Enttäuschung halte sich in Grenzen. Auch Schmid hat den Wahlkampf als sehr fair empfunden. «Das Resultat ist nahezu ausgeglichen, und mit meiner Stimmenzahl als Vertreter einer eher schwachen Partei in Wangen darf ich sicher zufrieden sein.» Das Resultat gehe in Ordnung. Der 44-Jährige will sich weiter auch gar nicht mit einer vertieften Analyse beschäftigen und zeigt sich als guter zweiter Sieger. «Es ist, wie es ist», erklärt er. «Es ist ein guter Entscheid für Wangen.» Politisch sieht er sich nicht veranlasst, Konsequenzen zu ziehen. Er will sein Mandat als Gemeinderat weiter mit Engagement ausfüllen, von Bettel hinschmeissen keine Spur: «Es geht doch um die Sache und nicht um Personen», sagt Schmid.