Hugi
Erste Lofts im «Hugi» sind im Oktober bezugsbereit

Wie geht es mit dem Umbau der ehemaligen Schuhfabrik «Hugi» in Dulliken voran? Nach über einem Jahr Bauzeit sieht man auf den ersten Blick kaum Fortschritte. Doch auf der Baustelle herrscht geschäftiges Treiben.

Beat Wyttenbach
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Der Erdhügel im Vordergrund dient der Verdichtung des Bodens. Fotos: Bruno Kissling

Der Erdhügel im Vordergrund dient der Verdichtung des Bodens. Fotos: Bruno Kissling

«60 bis 80 Personen arbeiten derzeit auf der Baustelle», so Eigentümer und Immobilienentwickler Markus Ehrat. Er räumt ein, dass es Terminverzögerungen gegeben habe und dass der Bezug der 45 Loftwohnungen (mit Grundflächen zwischen 75 m2 und 146 m2) für Juli 2012 etwas optimistisch geplant gewesen sei.

«Die Arbeiten im ehemaligen Industriegebäude wurden unterschätzt. Zudem wollte der Baumeister zuerst den Laubengang im Norden erstellen und dann die Beton-Aussensanierungen vornehmen. Im Verlaufe des Winters musste er aber den umgekehrten Vorgang wählen», erklärt Ehrat. Das Ganze habe eine Verzögerung von rund drei Monaten nach sich gezogen. «Die Wohnungen im Längsteil sollten nun im Oktober bezogen werden, im Winter 2012/13 wird dann auch der Ostteil fertig sein», stellte er in Aussicht.

Unter kantonalem Schutz

Die ehemalige Fabrik der Hug & Co. wurde 1933 erstellt. Seit 1978 stand sie leer. Die Hug und Co. gehörte seit den 1930er-Jahren zu den grössten Schuhherstellern der Schweiz und hatte in den besten Zeiten über 1000 Angestellte. Letzten Juni stellte der Regierungsrat das Gebäude unter Denkmalschutz.

Markus Ehrat vor einem frisch betonierten Boden.

Markus Ehrat vor einem frisch betonierten Boden.

Bruno Kissling

Seine Begründung: Die klare architektonische und funktionale Gestaltung entspreche der «Sprache der fortschrittlichen Architektur der Moderne aus der Zwischenkriegszeit. Deshalb gehöre das Bauwerk «in den Kreis der Kulturgüter, die erhalten erden sollten.» Für den Umbau und die Restaurierung des Gebäudes hat die Regierung aus dem Lotteriefonds einen Beitrag von 400000 Franken gesprochen (wir berichteten).

«Kommt einem Wunder gleich»

Der Laubengang im Norden ist schon weit fortgeschritten; hier arbeitet man sich von unten nach oben und von Westen nach Osten vor. Die Böden im Längsteil sind aufgebaut und aufgeschüttet. Die Decken werden isoliert, und auch die Fenster sind schon eingesetzt. «Wir setzen ganz auf Minergie-Standard, was bei einem so alten Fabrikgebäude eigentlich einem Wunder gleichkommt», kommentiert Ehrat. Auch die Erschliessungsleitungen sind schon sichtbar, teilweise auch einzelne Raumunterteilungen.

Der Laubengang im Norden ist bereits erstellt.

Der Laubengang im Norden ist bereits erstellt.

Bruno Kissling

Das Treppenhaus ganz im Westen des Längsflügels wurde herausgebrochen und wird neu erstellt, wobei Teile der Graffiti erhalten bleiben sollen. In den Wohnungen im Westen, die am weitesten fortgeschritten sind, lässt sich das Raumgefühl erahnen. Noch nicht so weit ist man im Ostteil. Dort mussten unter anderem Asbestverschalungen abgebaut und entsorgt sowie der Heizraum im Keller komplett entfernt werden. «Das kam unerwartet und hat uns zusätzlich 120000 Franken gekostet», rechnet Ehrat vor. Dennoch sollte das Kostendach von 22,5 Mio. Franken eingehalten werden können. «Wir haben derzeit sogar noch Reserven.» Momentan werden im Ostteil die Böden komplett neu betoniert und verschalt; hier arbeitet man sich ebenfalls von unten nach oben durch.

Altlastensanierung des Bodens

Auffällig ist auch der grosse Erdhaufen im Süden des Geländes. «Dieser dient der Setzung der Abdichtung im Zuge der Altlastensanierung. Er kommt wieder weg, wenn sich der Boden genügend verdichtet hat», erklärt Ehrat. Die Gemeinde Dulliken habe ihren Teil bereits letzten Spätsommer saniert, sein Teil dürfte diesen Prozess bis im Sommer dieses Jahres durchlaufen haben. Dann sollte auch die Errichtung des Gewerbehauses zwischen der Hugi und den Bahngleisen in Angriff genommen werden können. Das Haus sollte im Winter bezugsbereit sein.

Und das Highlight kündigt Ehrat auch schon an: «Nächsten Monat sollte der erste Muster-Loft fertiggestellt sein. Die Lofts werden ausschliesslich vermietet – für 1700 bis 2300 Franken exklusive Nebenkosten im Monat. Ein Parkplätze kostet zusätzlich 90 Franken monatlich. Rund zwölf Wohnungen seien schon vorreserviert.

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