Eine gute und eine weniger gute Nachricht hatte Markus Spring, Gesamtprojektleiter Entlastung Region Olten (ERO), am Donnerstag vor den Medien zu verkünden: Einen Investitionskredit von 317 Millionen (exklusive Teuerung) hiess der Solothurner Kantonsrat 2006 und 2008 für das ERO-Gesamtprojekt gut.

Rund ein Jahr nach der Eröffnung der Entlastungsstrasse machte Spring nun eine erfreuliche Ansage: «Wir werden den Kostenrahmen mit Sicherheit einhalten und sehr wahrscheinlich sogar unterschreiten.» 46 Prozent der Finanzierung übernimmt der Bund, 41 Prozent der Kanton und 13 Prozent die Gemeinden.

Der Gesamtprojektleiter sprach von einer finanziellen Punktlandung – «was bei einem derart grossen, mehrjährigen Projekt nicht selbstverständlich ist». Die letzten Arbeiten im Rahmen der ERO dauern zwar noch bis 2016 an, einige Beträge sind deshalb noch ausstehend.

«Die Massnahmen, die jetzt noch umgesetzt werden müssen, beinhalten aber kein Risiko mehr, deshalb können wir jetzt schon von dieser Punktlandung ausgehen.» So viel zur guten Nachricht von Spring.

Der Wurm steckt drin

Nun zur schlechten Nachricht: Es ist erst wenige Monate her, da musste der zu eng geratene Kurvenradius bei der Ausfahrt der Usego-Strassen-
überführung vergrössert werden.

Und nun drückt der Schuh wieder bei dieser Strassenüberführung. Bei der Taumittelsprühanlage, die an kalten Wintertagen Glatteis verhindern soll, tritt bei einzelnen Sprühdüsen Wasser aus. Deshalb muss die Anlage in den kommenden Monaten komplett ersetzt werden. «Die Kosten bleiben nicht am Steuerzahler hängen», machte Spring klar. «Es ist ein Garantiefall.»

Die Überführung muss aber infolge dieses Defekts für rund anderthalb Wochen gesperrt werden. Die Arbeiten sollen in den Sommerferien, genauer ab dem 14. Juli über die Bühne gehen, eine Umleitung während dieser Zeit ist unerlässlich.

Am ERO-Mediencafe, zu dem die Projektverantwortlichen Pressevertreter in unregelmässigen Zeitabständen einladen, zeigte Patrik Kissling Cotti, Leiter Verkehrstechnik, die per Ende 2013 ermittelten Zahlen der Verkehrsumlegung auf.

In Wangen etwa gebe es nun wie erwartet 50 Prozent weniger Durchgangsverkehr. Nicht ganz den Erwartungen entspricht die Verkehrsreduktion um 30 Prozent in Olten, vom Bahnhofplatz bis zur Usego.

Das hat laut Kissling unter anderem mit dem seit der ERO-Planungsphase geänderten Verkehrskonzept der Innenstadt zu tun. Die Erwartungen ebenfalls noch nicht erfüllt hat die Belastung auf der Umfahrungsstrasse: 13 000 Fahrzeuge befahren täglich die Umfahrungsstrasse, gerechnet hat man mit 19 000. Man müsse bedenken, dass noch nicht alle Umgestaltungsmassnahmen abgeschlossen seien, so Kissling. «Dieser Faktor verfälscht das Bild etwas.»

Schwieriger Säli-Kreisel

Auswertungen von Videoanalysen haben des Weiteren ergeben, dass es im neu zweispurigen Säli-Kreisel immer wieder zu heiklen Konflikten kommt. «Da die Autofahrer aber genügend Vorsicht walten lassen, sind diese Konflikte glücklicherweise jeweils glimpflich ausgegangen», so Kissling.

Rückmeldungen zufolge ist die Verkehrsführung im Säli-Kreisel für einen Teil der Autolenker schwer verständlich. «Wir werden nun kleinere Massnahmen ergreifen, wie etwa eine verbessere Vorsignalisation, um kritische Zwischenfälle künftig möglichst zu verhindern.»

Zusätzliche Massnahmen erfordern auch die beim Abendverkehr arg belasteten und teils überbelasteten Knotenpunkte, wie etwa der Postplatz, auf der Nord-Süd-Achse. «Wir werden während der kritischen Spitzenzeiten weniger Autos in die betroffene Zone lassen», so Kissling. Dafür müsse in der nächsten Zeit eine Nachjustierung der Dosieranlagen stattfinden.