Olten

Er bringt die Fussball-EM nach Olten

Der Oltner Gastronom Nicolas Castillo auf dem Platz, wo das Public Viewing stattfinden wird. Bruno Kissling

Der Oltner Gastronom Nicolas Castillo auf dem Platz, wo das Public Viewing stattfinden wird. Bruno Kissling

Bald beginnt die Fussball-EM in Frankreich. Nicht nur die Fussball-Fans werden langsam nervös, sondern auch Nicolas Castillo. Er organisiert in der Schützi ein Public Viewing für 1'000 Fans. Eine Bewilligung zu erhalten, war nicht ganz einfach, wie der Inhaber des Restaurants Schlosserei-Genussfabrik erzählt.

Der Inhaber des Restaurants Schlosserei-Genussfabrik muss sich sputen, damit er bis zum Eröffnungsspiel am 10. Juni zwischen Frankreich und Rumänien alles parat hat. Er will nämlich in der Oltner Schützi ein Public Viewing für rund 1000 Fans organisieren, davon rund 400 Sitzplätze. Die mündliche Bewilligung hat er von der Stadt nun erhalten, die schriftliche soll laut Öffentliche-Sicherheits-Leiter Franco Giori in den nächsten Tagen folgen.

Die Bewilligung zu erhalten war gar nicht ganz einfach, weil in den 30 EM-Tagen auch der Circus Knie und das Multi-Kulti-Streetsoccer-Turnier den Platz für ein paar Tage beanspruchen wollten. Diese müssen sich nun im Platz einschränken (Circus Knie) respektive auf einen anderen Teil des Schützenmatt-Parkplatzes ausweichen (Streetsoccer-Turnier).

LED-Wand statt TV-Turm

Bereits bei den letzten drei Fussball-Endrunden 2010, 2012 und 2014 hat der umtriebige Oltner Gastronom die Spiele in der Schützi übertragen, damals noch anhand eines TV-Turms mit sechs 90-Zoll-Bildschirmen. Diesmal hat der 40-Jährige die Swisscom als Partner ins Boot geholt und richtet nun grösser an: Mit einer 5,5 Meter breiten und 3 Meter hohen LED-Wand vor der Schützi soll richtiges EM-Feeling aufkommen.

Fürs Catering ist sein Gastro-Betrieb besorgt, zusätzlich wird es weitere Verpflegungs-Angebote geben. Das Areal ist abgesperrt, einen Eintrittspreis wird er aber nicht verlangen. Geld verdienen will er mit Essen und Trinken, doch der finanzielle Aspekt steht für Castillo nicht im Vordergrund, eine schwarze Null reicht ihm aus: Als ehemaliger 1.-Liga-Kicker möchte Castillo vor allem den Fussball-Fans etwas bieten, «die Werbung und zusätzliche Gäste für meinen Gastro-Betrieb sind ein schöner Nebeneffekt.» Ebenso will Castillo auf die Sommersaison hin das Flachdach seines Lokals als Rooftop-Terrasse nutzen.

Castillo plant Zelt-Überdachung

Das Budget fürs Public Viewing von 30 Tagen von rund 90 000 Franken kann Castillo nur mit guten Sponsoren und vor allem mit der Swisscom-Partnerschaft stemmen. Der Verein Food + Ball hilft mit seinen Mitgliedern bei den Verpflegungsständen aus. Einen Strich durch die Rechnung kann ihm nun eigentlich nur noch Wettergott Petrus machen – daher plant er auch eine Zelt-Überdachung – und die tickende Zeit. Doch der aus Spanien stammende Secondo ist nicht nur ein Fussball-Fan, sondern auch ein Meister der Improvisation.

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