Olten
Entscheid Tempo-20-Zone: Die FDP Olten kritisiert den Stadtrat massiv

Der Stadtrat hat am Montag entschieden, die Begegnungszone vorläufig in ihrer Grösse zu belassen. Dafür erntet das fünfköpfige Gremium viel Kritik vonseiten der FDP Olten. Die Grünen dagegen sind glücklich mit dem Beschluss.

Adriana Gubler
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Die Meinungen gehen weit auseinander: Die Grünen befürworten den Stadtratsbeschluss zur Begegnungszone, die FDP dagegen übt massive Kritik.

Die Meinungen gehen weit auseinander: Die Grünen befürworten den Stadtratsbeschluss zur Begegnungszone, die FDP dagegen übt massive Kritik.

Bruno Kissling

Die FDP Olten hat am Dienstag mit einer Medienmitteilung auf den stadträtlichen Beschluss reagiert. Sie kritisiert: «Entgegen seinen früheren Versprechen verkleinert der Oltner Stadtrat die stark kritisierte Begegnungszone nicht. Er will auch keine Fussgängerstreifen bei Schulhäusern und Altersheimen in der Innenstadt.» Weiter schreibt die FDP in ihrem Communique: «Muss es Unfälle geben, bevor der Stadtrat endlich handelt?»

Die FDP äussert sich in ihrer Mitteilung nicht nur negativ gegenüber dem aktuellen Entscheid, sondern auch gegenüber früheren Entscheiden: «Der Stadtrat in alter personeller Zusammensetzung war nicht in der Lage, eine sichere Begegnungszone in der Innenstadt einzuführen. Er liess Anfang Juli handstreichartig ein überdimensioniertes Gebiet zur Tempo-20-Zone erklären und radikal alle Fussgängerstreifen entfernen. Flankierende Massnahmen gab und gibt es keine.»

Die FDP Olten sieht vor allem die Sicherheit der Bevölkerung als Problem: «Bewohnerinnen und Bewohner des Altersheim St. Martin trauen sich nicht mehr ins gegenüberliegende Einkaufszentrum Hammer, weil die sichernden Fussgängerstreifen über Nacht verschwunden sind. Die Kinder im Hübeli-Schulhaus können ohne Fussgängerstreifen nur schwer Selbstständigkeit im Verkehr erlernen; die Eltern müssen sie auf dem Schulweg schützend begleiten. Gefährliche Begegnungen zwischen Fussgängern und Autofahrern sind auf der Ringstrasse und an anderen Orten der Innenstadt die Regel und nicht die Ausnahme.» Der Oltner Freisinn macht seinen Unmut deutlich und schimpft: «Mit ihrem skandalösen Entscheid macht sich die Stadtregierung mitschuldig, wenn es in der Begegnungszone ohne Fussgängerstreifen zu Unfällen kommt.»

Im Gegensatz zur FDP Olten zeigen sich die Grünen Region Olten sehr zufrieden mit dem Stadtratsbeschluss. «Wir haben uns sehr für diese Lösung engagiert. Wir sind zuversichtlich, dass die derzeit vorliegenden Sicherheitsprobleme mit gestalterischen Massnahmen beseitigt werden können», liessen die Grünen Region Olten gestern in einer Medienmitteilung verlauten. «Insbesondere eine bessere Markierung der Übergänge in die 20er-Zone und eine klare, auch für motorisierte Verkehrsteilnehmende erkennbare Kommunikation des Fussgängervortritts können dazu beitragen. Die Erfahrung in anderen Städten mit Begegnungszone zeigt, dass die Gewöhnung an das neue Regime jeweils einige Monate in Anspruch nimmt. Es ist schön, dass nun auch Olten diese Zeit erhält.»