Gunzgen/Düsseldorf

Entführungsfall: Der Düsseldorfer Werner C. gibt sexuellen Missbrauch zu

Aus diesem Haus in Düsseldorf (D) wurde der Junge in der Samstagnacht vom 25. Juni 2016 befreit.

Aus diesem Haus in Düsseldorf (D) wurde der Junge in der Samstagnacht vom 25. Juni 2016 befreit.

Der mutmassliche Entführer des 12-Jährigen aus Gunzgen hat bis jetzt geschwiegen. Nun hat der 35-jährige Werner C. zugegeben, Paul sexuell missbraucht zu haben, wie Tele M1 berichtet.

Der 35-jährige Mann, in dessen Wohnung in Düsseldorf der vermisste Knabe aus dem Kanton Solothurn im Juni befreit worden war, hat laut Ermittlungsbehörden sexuellen Missbrauch gestanden. Der Deutsche bleibt in Untersuchungshaft.

Der Mann habe in der Justizvollzugsanstalt mit den Ermittlungsbehörden gesprochen, sagte Oberstaatsanwalt Ralf Herrenbrück in Düsseldorf am Montag gegenüber dem Regionalsender Tele M1. Es hätten umfangreiche Vernehmungen stattgefunden. Er habe die Vorwürfe so gestanden, wie sie Gegenstand des Haftbefehls seien: «Ohne Einzelheiten bennenen zu wollen, ist es zutreffend und von ihm auch im Einzelnen geschildert worden, dass es zu einem sexuellen Missbrauch von Kindern, so lautet die Überschrift im deutschen Strafgesetzbuch, gekommen ist.»

Gegen den Mann wird wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern sowie wegen Besitzes kinder- und jugendpornografischer Schriften ermittelt. Die sichergestellten Computerdaten wurden gemäss Oberstaatsanwalt ausgewertet, im Gegensatz zu den Verläufen der Internet-Chats. Die Ermittlungen müssten zeigen, ob sich der Mann noch mit weiteren Opfern getroffen habe.

«Zunächst mal steht fest, dass er umfangreich Kinder- und Jugendpornografie auf dem Rechner besessen hat und zwar in einem ganz erheblichen Umfang und dessen ist er auch geständig. Wer da im einzelnen abgebildet ist, das müssen die Ermittlungen zeigen», so der Oberstaatsanwalt Ralf Herrenbrück gegenüber Tele M1. 

Der Koch sitzt seit seiner Verhaftung Ende Juni in Untersuchungshaft. Ermittelt wird auch wegen Freiheitsberaubung. Er soll über ein Internet-Computerspiel unter einem Pseudonym Kontakt mit dem 12-jährigen Knaben aus Gunzgen SO aufgenommen haben. Der Knabe war eine Woche lang vermisst gewesen.

Ein Spezialkommando der deutschen Polizei befreite den Knaben aus der Wohnung in Düsseldorf. Der 35-Jährige wird sich vor einem deutschen Gericht verantworten müssen. (sda/jak) 

(19.09.2016)

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