Olten
Elektrozaun: Nachbarn zeigen ehemaligen Pfarrer wegen Tierquälerei an

Die Nachbarn des ehemalige reformierten Pfarrer Oltens stören sich an dem Elektrozaun, welchen dieser rund um sein Haus gespannt hat. Der Zaun sei eine Gefahr für Kleintiere. So haben sie ihren Nachbar wegen Tierquälerei angezeigt.

Urs Huber
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An diesem Zaun stören sich die Nachbarn des ehemaligen Pfarrers.

An diesem Zaun stören sich die Nachbarn des ehemaligen Pfarrers.

Tele M1

Die unterschiedlichen Ansichten zur elektrischen Abwehr von Mardern und ähnlichem Kleingetier im Privatgarten sind noch nicht eingeebnet: Jörg Känzig, der seinerzeit den Stein ins Rollen brachte und sich über die – seiner Ansicht nach – tierquälerischen Machenschaften von Werner von Wartburg enervierte, hat Ende Mai bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen von Wartburg wegen Verstoss gegen das Tierschutzgesetz eingereicht.

Neu aufgerollt

In seiner Anzeige rollt Känzig die Geschichte noch einmal auf. Von Wartburg soll demnach seinen ganzen Privatgarten flächendeckend mit einem Elektrozaun ausgerüstet haben. «Hauptsächlich sollen mit dem Zaun, nach eigenen Aussagen des Beschuldigten, Marder vor dem Eindringen in den Garten abgehalten werden», ist in der Anzeige nachzulesen.

Känzig stört sich vor allem am Umstand, dass der Zaun lediglich 12 Zentimeter über Boden verläuft, was nach Ansicht des Klägers den meisten Kleintieren wie Igel, Dachs oder Katze verunmögliche, den Zaun rechtzeitig zu erkennen.

«Dadurch kann es bei den Tieren zu erheblichen Verletzungen durch Stromstösse kommen», so Känzig. Weiter befürchtet er, dass sich Tiere darin verfangen könnten und dann qualvoll verenden müssten.

«Im Grunde genommen wäre die Sache schon geregelt, wenn Herr von Wartburg den Zaun 25 Zentimeter über Boden spannen würde, so wies der Schweizer Tierschutz empfiehlt», sagt Känzig, der bislang mehrfach versucht hat, telefonisch mit von Wartburg in Kontakt zu treten. «Vergeblich», wie er bilanziert.

Gartenbauer erlitt Stromstoss

Im weiteren führt Känzig die Erfahrung eines Gartenbauers an, welcher beim Betreten des Grundstückes eigenen Angaben zufolge «einen heftigen Stromschlag erlitt». Die deute darauf hin, dass die Entladung des Stromstosses eine gewisse Intensität erreiche, die geeignet sei, Tiere zu verletzten oder sogar zu töten, schlussfolgert der Kläger. Känzig verlangt in seiner Anzeige explizit die Bestrafung des Beschuldigten; sämtliche Tierschutzdelikte seien Offizialdelikte.

Werner von Wartburg war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.