Der von Werner von Wartburg auf dessen Grundstück in Olten erstellte Elektrozaun erfüllt keinen Straftatbestand. Dies hält die Solothurner Staatsanwaltschaft fest. Der Zaun war Jörg Känzig seinerzeit sauer aufgestossen.

Aus diesem Grund hatte er am 23. Mai 2014 eine Strafanzeige gegen von Wartburg eingereicht. Vorhalt: Tierquälerei. Die Installationshöhe des Zaunes sei zu gering, argumentierte Känzig etwa. Die Strafanzeige wird nun nicht weiter verfolgt. Die Staatsanwaltschaft hat die Einstellung des Verfahrens verfügt.

Kein Maschenzaun

«Ich habe nie, wie von Herr Känzig fälschlicherweise behauptet, Maschenzäune verwendet», kommentiert von Wartburg die Einstellverfügung der Staatsanwaltschaft. Der Zaun bestehe lediglich aus einem Draht, in dem sich Tiere nicht verheddern könnten, wie von Wartburg weiter ausführt. Sauer aufgestossen ist ihm denn auch eine Bemerkung in der staatsanwaltschaftlichen Einstellverfügung: «Es stellt sich die Frage, ob es zum Schutz des eigenen Gartens vor Wildtieren nicht eine moralisch weniger verwerfliche Möglichkeit gibt», steht da zu lesen. «Dieser Satz ist für mich überhaupt nicht hilfreich», moniert von Wartburg.

Eine qualifizierte ethische Beurteilung würde zumindest bedingen, dass beiden Parteien befragt werden müssten», findet er. Er hatte darum gegen diese Art der Begründung Beschwerde seinerseits eingereicht, die von der Beschwerdekammer des Obergerichts aber abgewiesen wurde. Dieses stellte nämlich fest, dass auf die Beschwerde nicht eingetreten werden könne, auch wenn das als nicht strafbar erachtete Verhalten des Beschwerdeführers in der Verfügung «unnötigerweise moralisch qualifiziert» werde.

Doch zurück zum eigentlichen Hauptschauplatz der Geschichte. Die Staatsanwaltschaft begründet die Einstellungsverfügung damit, dass sich die Tierschutzgesetzgebung nicht zu Elektrozäunen zum Zwecke der Abhaltung von Wildtieren (oder auch Heimtieren) äussere. Es finde sich in der Gesetzgebung keine Mindesthöhe für die Installation eines Elektrozaunes ab Boden. Die vom Schweizerischen Tierschutz empfohlenen 25 cm würden zwar durchaus Sinn machen, seien jedoch blosse Empfehlungen und hätten keinerlei rechtliche Verbindlichkeit.

Allerdings verzichtet die Staatsanwaltschaft darauf, dem Beschuldigten eine Genugtuung oder Entschädigung zukommen zu lassen. Er habe durch die Anzeige keine nennenswerten Nachteile erlitten.

Nichts anderes erwartet

«Ich habe nichts anderes erwartet», so Jörg Känzig als erste Reaktion auf die Einstellungsverfügung. Er sieht sich in seiner Vermutung bestätigt, dass in Sachen Tierschutz die zuständigen Stellen wenig Empathie zeigten. Ein Urteil hätte allenfalls beispielhaften Charakter haben können, wie er meint. «Vielleicht hätte ich eben doch einen Anwalt beiziehen sollen», so Känzig zum Schluss. Item: Für ihn sei die Angelegenheit damit erledigt, schiebt er noch nach.