Hägendorf
Elektra Untergäu bevorschusst Bundesbeiträge für Solaranlagen

Durch die Bevorschussung der Bundesbeiträge für Solaranlagen verhindert der Stromversorger Elektra Untergäu die Wartezeit auf Rückzahlungen.

Urs Amacher
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Von links Neuer und bisheriger Treuhänder Raphael Spiegel und Paul Gross, eug-VR-Präsident Christian Angst und Geschäftsleiter Peter Joss.

Von links Neuer und bisheriger Treuhänder Raphael Spiegel und Paul Gross, eug-VR-Präsident Christian Angst und Geschäftsleiter Peter Joss.

Urs Amacher

An der 111. Generalversammlung der Elektra Untergäu Genossenschaft (eug) stellte der Geschäftsleiter Peter Joss die eug-Solarinitiative vor. Im Jahre 2014 wechselte der Bund sein Konzept, wie er die Erstellung von Photovoltaik-Anlagen fördern will. Vorher unterstützte der Bund die Produktion von Solarstrom durch die sogenannte Kostendeckende Einspeisevergütung KEV, welche über Jahre entrichtet wurde.

«Inzwischen organisiert der Bund seine Förderung von Solarstrom neu, indem er den Besitzern von Photovoltaik-Anlagen die Investitionen mit maximal 30 Prozent rückvergütet», erklärte Joss den Genossenschaftern. Dem Besitzer wird also nicht der produzierte Solarstrom zu günstigen Bedingungen abgekauft, sondern an die Investitionskosten bezahlt der Bund sowohl eine leistungsabhängige (das heisst pro Kilowatt) als auch eine pauschale Einmalvergütung.

Wenn Strom produziert wird

Der Bund bezahlt die Fördergelder allerdings erst nach der Inbetriebnahme der Photovoltaik-Anlage. Die Krux an der Sache also ist, dass die Wartefrist bis zur Auszahlung zurzeit zwei Jahre beträgt. Hier kommt nun die eug-Solarinitiative ins Spiel: Die Elektra zahlt den Betrag der Einmalvergütung an die Betreiber sofort nach dem Bau der Anlage aus, das Warten entfällt. Die eug bevorschusst also den Bundesbeitrag und ist gleichzeitig für die Rückforderung der Einmalvergütung beim Bund besorgt. Das Verfahren für die Hausbesitzer wird damit beschleunigt, und Unsicherheiten über das Eintreffen der Bundesmittel entfallen, wie Joss weiter ausführte.

Angebot für Genossenschafter

In den Genuss der eug-Solarinitiative können zwar nur die Genossenschafter der Elektra Untergäu kommen. Es steht aber allen Stromkunden im Lieferbereich der eug frei, nach wie vor Anteilscheine zu zeichnen und Mitglied der Genossenschaft zu werden. Ziel diese Aktion ist es, die Erstellung von Solaranlagen zu beschleunigen. Deshalb ist die Solarinitiative bis zum 30. Juni des kommenden Jahres gültig.

Die statutarischen Geschäfte wickelte Präsident Christian Angst zügig ab. In seinem einführenden Votum zeigte er auf, dass sich bei den Strompreisen eine Wende abzeichnet. Aktuell beträgt er 6 Rappen pro Kilowattstunde, was gegenüber dem Tiefstand von 3,46 Rappen pro Kilowattstunde im Januar 2017 eine Zunahme um 73 Prozent ausmacht, auch wenn der Preis von über 8 Rappen im Jahre 2011 nicht erreicht wird. Dies macht die Solarinitiative der eug zusätzlich attraktiv.

Neue Revisionsstelle

Einstimmig hiessen die 154 anwesenden Genossenschaftsmitglieder den Geschäftsbericht und die Jahresrechnung gut. Der Jahresgewinn beträgt 278 619 Franken. Davon können 270 000 Franken als gesetzliche Gewinnreserven verbucht werden. Zudem werden die 712 Anteilscheine mit 7 Prozent verzinst.

Als Revisionsstelle wählte die Versammlung neu die Spiegel Treuhand AG in Kappel. Die bisherige Revisionsfirma Interrevi AG gab das Mandat ab. Nicht dass die eug mit der Firma von Wirtschaftsprüfer Paul Gross unzufrieden gewesen wären, betonte Verwaltungsratspräsident Christian Angst, sondern nach 17 Jahren Zusammenarbeit mit der gleichen Revisionsstelle empfiehlt die Aufsichtsbehörde einen Wechsel. Zum Abschluss war als Überraschungsgast der in Biel geborene Beatbox-Künstler Nino G angekündigt.