Kampfsport
Einer der Kickbox-Weltmeister kommt aus Olten

An der fünften Fight Night in der Oltner Stadthalle verteidigte der Einheimische Kickboxer Jihed Hamami seinen Titel. Er bezwang den Griechen Valentinos Kiriakidis durch KO.

Rebekka Balzarini
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Fight Night 2017
19 Bilder
Impressionen von der fünften Fight Night in der Oltner Stadthalle.
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Fight Night 2017

Remo Fröhlicher

Es ist heiss in der Sporthalle in Olten. Um 19 Uhr sind viele Plätze noch frei, viele Zuschauer versorgen sich an den Essständen vor der Halle. Oder sie sitzen auf der Steintreppe und geniessen das schöne Wetter. Das Publikum in der Halle ist vorwiegend männlich. Das wird sich auch im Laufe des Abends nicht ändern.

Guter Start

Aus Sicht des Brother Gyms in Olten hat der Abend schon gut angefangen: Balu Birchler gewann gegen Alexandros Tsitiridis aus Griechenland und wurde internationaler Schweizer Meister. Und kurz darauf gelang Adriatik Emini der Sieg gegen Carlo Meichtry vom Muay Thai Shadow Boxing Gym in Brügg.

Für Adriatik Emini war es ein besonderer Moment: Zwei Monate zuvor musste er sich wegen einer Verletzung unters Messer legen. Der Weg zurück sei hart gewesen, sagte er nach seinem Kampf ins Mikrofon. «Ich dachte manchmal, ich schaffe das nicht mehr. Aber es hat sich gelohnt!». Der Kampf war der Vorgeschmack auf die zwölf Profi-Kämpfe, die nach der Pause begannen.

Die Fight Night in Olten

An der Fight Night in Olten treten die Athleten in verschiedenen Kampfsportarten gegeneinander an. In diesem Jahr wurden neben Box- und Kickboxkämpfen zwei MMA Kämpfe ausgetragen. Im MMA werden verschiedene Kampfsportarten kombiniert. Neben Schlag- und Tritttechniken sind Elemente aus dem Ring- und Bodenkampf erlaubt.

Wort gehalten

Nach der Pause füllten sich langsam die leeren Plätze. Organisator und Besitzer des Brother Gyms, Frizur Abduli, hatte spannende Kämpfe angekündigt. Er hielt Wort: Zum grossen Teil trafen gleich starke Gegner aufeinander, die technisch schöne Kämpfe zeigten. Der erste grosse Höhepunkt war der Kampf um den EM Gürtel von Sazan Memedi. Er kämpfte um den EM Titel im Schwergewicht gegen Eike Schwarz aus Hamburg.

Schwarz war grösser als Memedi, hatte von der Reichweite her einen Vorteil. Memedi nutzte deshalb Kicks auf den Oberschenkel, um Schwarz zuzusetzen. Der Plan ging in der fünften Runde auf: Schwarz kam nach einen Kick nicht mehr auf die Beine. Damit konnte Memedi einen weiteren EM Titel gewinnen. Kurz hatte das Team vom Brothers Gym Zeit, den Titel zu feiern. Wenig später mussten sie sich aber wieder konzentrieren: Ueli Birchler aus Wynau vom Brothers Gym kämpfte um den Weltmeistertitel.

Aus der Welt der harten Treffer

Der Oberaargauer traf auf Diagueli Camara aus Frankreich. Der Kampf ging über fünf mal drei Minuten; lange Runden für Birchler. Sein Gegner war ihm ebenbürtig, liess sich nicht zurückdrängen und landete harte Treffer. Bis zum Schluss gab sich keiner der beiden geschlagen. Ein klarer Sieger war nach dem Kampf nicht auszumachen. Gespannt wartete das Publikum auf die Entscheidung der Ringrichter: Einstimmig kürten diese Birchler zum Sieger.

Proteste aus den Zuschauerreihen

Nicht alle im Publikum waren damit einverstanden. «Niemals», entrüstet sich ein Zuschauer im VIP Bereich. Während das Team aus Olten im Ring feierte, waren Buh-Rufe aus dem Publikum zu hören. Galten sie etwa der Entscheidung des Ringrichters? Nein, stellt Frizur Abduli klar. «Das Team aus Frankreich hatte den Entscheid der Ringrichter mit dem Daumen nach unten kommentiert. Die Rufe aus dem Publikum galten dieser Geste.» Trotzdem: Den Respekt des Publikums hatte sich der Kämpfer aus Frankreich erarbeitet. Bei seinem Weg vom Ring zurück in die Garderobe wurde auch er von Applaus begleitet.

Hamamis Vorteil: die Körpergrösse

Kurze Zeit später war die Szene vergessen. Die ganze Aufmerksamkeit galt Jihed Hamami. Der Oltner verteidigte seinen Weltmeistertitel über fünf mal drei Minuten gegen Valentinos Kiriakidis aus Griechenland. Und das tat er souverän.

Ein Vorteil für ihn war seine Körpergrösse: Mit 1.91 Metern überragte er seinen Gegner um mehr als einen Kopf. Hamamis Waffe waren seine Knie: Immer wieder traf er damit den Kopf und die Rippen von Kiriakidis. Immer wieder stand dieser auf. Schliesslich konnte er die Niederlage aber nicht mehr abwenden, in der dritten Runde war Schluss.

Im Ring liess Hamami sich feiern, bedankte sich bei seinen Trainern und beim Heimpublikum. «Olten, meine Stadt, Baby», rief er ins Mikrophon. Was aussah wie ein Kinderspiel für Hamami, war dann doch nicht so einfach: «Mein Gegner war echt mühsam. Er ist immer so blöd reingekommen, und er war so klein. Das hat mich echt müde gemacht.» Ausserdem schmerze ihn das Knie von den vielen Schlägen gegen den Kopf von Kiriakidis. Mit Blick auf den gewonnen WM Gürtel in seiner Hand ist das aber nur eine Bagatelle.