Olten

Einer der häufigsten Chilbi-Fragen: «Schatz, was wei mir wohäre go ässe?»

Eine Chilbireise durch die Welt der lukullischen Momente und Höhepunkte. Viele Vereine finanzieren sich mit dem Erlös für ein ganzes Jahr.

Logisch: Chilbibahnen sind das A, die verschiedenen Verpflegungszelte und -buden das O einer Kirmes. Und wer am zweiten Augustwochenende über das Oltner Chilbigelände schlendert, der hat die Qual der Wahl, denn das kulinarische Angebot reicht von Magenbrot über Bratwurst, Pommes, Chnoblibrot, Käsegerichte bis hin zum Felchenfilet, Früchte-Snack oder Pilzpastetli. Also: Ein Besuch lohnt sich allemal. Am besten, man folgt dabei seinen Vorlieben. Und wer dennoch unentschlossen bleibt, fragt halt einfach: «Schatz, was wei mir wohäre go ässe?»

Für Fischliebhaber hält die Guggi-Zunft am Graben schon seit mehr als 50 Jahren die beliebten Felchenfilets bereit. «Die Idee dazu entsprang dem Gedanken, etwas Spezielles anzubieten», erinnert sich Sepp Niggli, seit 35 Jahren dabei. Damals waren Kücheneinrichtung und organisatorischer Aufwand noch weit bescheidener. Heute hantieren während der vier Chilbitage über 100 Helferinnen und Helfer zum Wohle der Gäste. Und diese kommen.

«Wir sind zufrieden mit dem Geschäftsgang», sagt Michael Portmann, so etwas wie der Chefwirt im Zelt, auch wenn das heisse Wetter eher negativ Einfluss nehme auf den Umsatz. 650 kg Felchenfilet hat die Guggi-Zunft bereitgestellt und in der Regel bleibt wenig bis gar nichts übrig davon. «Wir können auf viele Stammgäste zählen», so Portmann, «und auf ein grosses Publikum aus dem Guggi-Umfeld.» Das sei wichtig, sagt der Wirt. Denn die Einnahmen aus dem Chilbiauftritt bilden einen wesentlichen Bestandteil des Budgets.

Biergartenatmosphäre de luxe

Eine Lokalität der etwas andern Art präsentiert die Säli-Zunft auf der Kirchgasse. «Zum alten Spittelwirt» heisst deren Betrieb, der auf frisch zubereitete und aus der Region stammende Rohprodukte setzt und im feinsten Biergartengenre gehalten ist. Auch hier ist man mit dem Geschäftsgang zufrieden. «Wir wollen ein Angebot der etwas edleren Machart präsentieren», sagt Markus Huber. Edle Karte, gemütliches Ambiente, Lounge, feine Einrichtung. Der Renner: Fleischpflanzerl, was so viel bedeutet wie Klösschen aus Hackfleisch, Krautsalat, hausgemachte Saucen. «Die Rückmeldungen der Gäste sind sehr positiv», so Marion Rauber, die zusammen mit vier andern Zünftlern das Konzept «Spittelwirt» erarbeitet hat. Herzblut stecke darin, sagen Huber und Rauber unisono.

Rund 50 Personen sorgen über die Chilbitage für einen reibungslosen Ablauf. «Wir werden auch im kommenden Jahr mit dem ‹Spittelwirt› dabei sein», verrät Huber. Denn für das Projekt hat sich die Zunft eine spezielle Infrastruktur angeschafft und ist dabei, ein Eventportfolio zu erarbeiten: Wiesn-Gaudi, Gruselball und der «Spittelwirt» sind Säulen, die der Zunft eine gewisse Budgetsicherheit geben.

Dauerbrenner: Pilzpastetli

«Das Geschäft läuft gut.» Roland Bloch von der Dreiangel-Bully-Zunft blickt zufrieden drein. Seit gut 20 Jahren offeriert die Zunft, die mit 20 Helferinnen und Helfern über die Chilbizeit auskommt, Pilzpastetli in der Schützenmatt. «Es bedingt von allen grosses Engagement», so der «Chef sur Place». Dabei kann die Zunft zwar auch auf Stammgäste zählen, profitiert aber ebenso von vielen Spontanbesuchern. Der Geschäftsgang sei noch nicht mal so sehr vom Wetter abhängig, findet Bloch, was André Peter von der Guggemusig Las Furmiclas nicht unbedingt bestätigen kann.

«Wir geben seit einigen Jahren Älplermagronen aus, weil dieses Angebot auf der Chilbi noch fehlte», erzählt er. Das heisse Wetter rufe aber (noch) nicht unbedingt danach. «Der Samstagnachmittag jedenfalls verlief eher schleppend», so Peter in der Gewissheit, dass das rustikal währschafte Gericht im Grunde sehr populär ist und zur späteren Tageszeit viele Gäste locken wird. «Wir sind zuversichtlich», meint er lachend. 30 Personen stehen für einen reibungslosen Ablauf in Zelt und Küche bereit auf dem Klosterplatz. «Der Chilbierlös ist unsere Existenz», weist Peter auf die Wichtigkeit des Auftritts hin.

Kleiner Hunger – grosser Durst

Für den kleinen Hunger und den grossen Durst etwa betreiben die Höckeler einen Bierstand mit angegliedertem «Thonbrötli-Service». «Es läuft gut», sagt Stephan Schneider, der sich über das «durstige Wetter» freut. Schon der Freitagabend sei hervorragend gewesen. Und wenn das so weitergeht, «können wir uns, das sind insgesamt 15 Personen über die vier Tage, auf einen zünftigen Betrieb freuen.»

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