Die Aula der Kantonsschule Olten ist zum Bersten voll, sogar ein paar Stühle müssen organisiert werden, damit alle Zuschauer Platz finden. Das Interesse an der Aufführung ist dementsprechend gross, die Erwartungen ebenso.

Das Ensemble des Theater Phare unter der Leitung von Reto Sperisen und Patrick Grob bringt «Die Welle» auf die Bühne, basierend auf dem Roman von Morton Rhue und dem Experiment von Ron Jones. Ein ganzes Jahr haben die 22 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums und der Fachmittelschule an der Inszenierung gearbeitet.

Das Stück spielt an der Gordon-High-School, wo die Schüler, wie anderswo auch, lieber mal auf ihr Handy gucken, in ihrer Agenda blättern oder sich kurz mit dem Banknachbarn austauschen, als aufmerksam dem Geschichtsunterricht zu folgen.

Doch auch wenn es der Klasse von Ben Ross ein wenig an Disziplin zu mangeln scheint, so stellen die Jugendlichen trotzdem die wichtigen grundlegenden Fragen: So wollen sie unbedingt wissen, wie es möglich war, dass sich im 2. Weltkrieg nur so wenige gegen den Nationalsozialismus stellten und blind ihrem Führer ins Verderben folgten.

Durch die Fragen seiner Klasse angeregt, startet Ben Ross ein Experiment. Er möchte den jungen Menschen zeigen, wie leicht wir uns alle durch geschickte Manipulation verleiten lassen und in der Menge Dinge tun, denen wir als Einzelner sonst eher kritisch gegenüberstehen.

Alles beginnt wie ein Spiel und die Jugendlichen spielen eifrig mit. Die Klasse verspürt durch mehr Disziplin mehr Stärke. Die Klassengemeinschaft formiert sich neu, die Welle kommt ins Rollen. Der sonst so besonnene Ben Ross, überzeugend gespielt von Govind Sharma, trumpft auf mit neuer Macht, was zu Turbulenzen in seiner Familie und Feindseligkeiten an der Schule führt.

Freundschaften driften auseinander, neue Gangs formieren sich und sogar der unscheinbare Robert (authentisch dargestellt von Maximilian Huber), zuvor von seinen Klassenkollegen gemobbt und gedemütigt, lässt sich von der Gunst der Welle tragen. (ak)

Weitere Aufführungen: Dienstag, 27. Februar, und Freitag, 2. März, je 19.30 Uhr, Aula der Kantonsschule Olten; Eintritt frei, Kollekte.