Raus aus der Hektik, rein in die Idylle – wer die Tore des Klostergartens in diesen Tagen passiert, verlässt auf einen Schlag die feierabendliche Betriebsamkeit und Nervosität der Dreitannenstadt. Denn im Klostergarten erwartet die Besucher auch dieses Jahr ein heimeliger und schmucker Adventsmarkt. 38 Stände laden noch bis Sonntag zum Abtauchen in die weihnachtliche Ruheinsel mitten in der Stadt Olten ein. Gestern Donnerstag pünktlich um 16.30 Uhr nahm der Adventsmarkt bereits zum fünften Mal seinen Betrieb auf. OK-Präsident Bruder Josef Bründler und Ministrant Matteo Fazari meisterten die Eröffnung gemeinsam.

Schon zum gestrigen Auftakt suchten viele Besucher die Vorweihnachtsinsel im Klostergarten auf. Was sie bei ihrem Marktbummel vorfanden, war einmal mehr ein «härziges» Adventsdorf mit Ständen, die in hölzernen Chalets eingerichtet waren. 30 Tonnen Holz wurden dafür verarbeitet.

Die zig Kerzen, Lichterketten und das offene Feuer, welche die Chalets umgaben, sorgten für eine warme Atmosphäre trotz des bissigen Windes. Auch Melanie Gasser, die mit ihren sandgestrahlten Glasartikeln erstmals den Adventsmarkt im Klostergarten bereichert, schätzt diesen Charme. «Die Stimmung hier ist einzigartig, auch weil der Markt eine überschaubare Grösse hat. Trotzdem ist aber das Angebot sehr vielseitig.»

Eine Art Heimkehr

Standbetreiberin Melanie Gasser ist mit ihren handgefertigten Glasprodukten aus Arth angereist. Für sie ist der Besuch in Olten eine Art Heimkehr, denn sie ist in Härkingen aufgewachsen. «Ich treffe hier am Adventsmarkt viele Freunde, Bekannte und Familienmitglieder. Ich habe mich deshalb sehr auf den Markt gefreut», sagt sie. Sie hat das ganze Jahr hindurch eine Menge Zeit in ihre Handarbeiten investiert. «Ich habe die Motive auf die Gläser gemalt und abgeklebt. Danach konnte ich sie sandstrahlen.» Damit aber nicht genug: Zum Schluss musste sie die Klebestreifen wieder in mühsamer Feinarbeit «wägchnüble».

Auf Glasarbeiten ist auch Christoph Theiler aus Lostorf spezialisiert. Der Glasbläser stellt an seinem Stand zahlreiche Glasarbeiten aus, wird aber auch selber aktiv. Seine Glasbläserei entpuppte sich gestern schnell einmal zum Publikumsmagneten. Für ihn ist der Oltner Adventsmarkt ebenfalls eine Premiere. «Ich kann mich nun mal nicht zweiteilen. Ich war in den vorangehenden Jahren am Weihnachtsmarkt in Bremgarten, der zur selben Zeit stattfindet», sagt Theiler. Heuer aber hat er dem Oltner Adventsmarkt den Vorzug gegeben. «Ich habe von vielen Seiten gehört, dass er sehr schön sein muss.» Der Eindruck habe sich bislang bestätigt. «Die Leute geben sich grosse Mühe», findet Theiler, der schon etliche Weihnachtsmärkte gesehen hat.

Die unterschiedlichsten Produkte und Handarbeiten sind am Oltner Adventsmarkt an den 38 Ständen zu finden. Das wohl originellste Leckereien-Säckli hat Carmen Schumacher aus Wolfwil zu bieten. Sie verkauft an ihrem Stand neben Chili-Ölen, eingemachten Kürbisstücken und Konfitüren auch selbst gemachte Hundeguetzli. «Wir haben zu Hause drei Hunde, sie lieben diese Guetzli», sagt Schumacher, die gemeinsam mit ihrer Tante schon zum zweiten Mal im Klostergarten ein Holzchalet besetzt. Tatsächlich kommen bei der diesjährigen Ausgabe des Oltner Adventsmarktes alle auf ihre Kosten – selbst die Vierbeiner.