Betriebsintern nennt man sie Stilikone und meint damit das Kabinen-Modell Omega, dem eigentlichen Dauerbrenner aus dem Hause CWA in Olten. «Jährlich produzieren wir am hiesigen Standort an die 2400 Kabinen; 90 Prozent davon gehören der Modellpalette Omega an», sagt Raimund Baumgartner, seit 2010 Geschäftsführer der zur österreichischen Doppelmayr/Garaventa-Gruppe gehörenden CWA Construction SA.

Und weil die Auftragslage als sehr gut taxiert wird, hat sich die CWA entschlossen, den Betrieb an der Bornfeldstrasse zu erweitern. In diesen Tagen ist die Auflage des Baugesuchs ausgelaufen. Einsprachen zum Vorhaben wurden keine vorgebracht.

Will heissen: Bis Ende dieses Jahres soll der Erweiterungsbau von Halle 5 realisiert werden. Kostenpunkt: gut eine Million Franken. Etwa 1300 Quadratmeter Nutzfläche werden so hinzukommen, die Halle 5 also um mehr als Faktor 1,5 vergrössern. Dort findet sich eben die Produktionsstätte der Stilikone, die Mitte der 1980er-Jahre entwickelt und mehrfach modifiziert wurde und die zum Verkaufsschlager avancierte.

Mit der Erweiterung sollen auch gewisse Automatisationsprozesse bei der Produktion von Omega implementiert werden. Was darunter zu verstehen ist? «Die Einrichtung von effizienten Produktionsinseln und schlanken Montagestrassen etwa», erklärt Baumgartner.

Wachstum anhaltend

Wer mehr Platz braucht, braucht mehr Mitarbeitende. Ist die Gleichung falsch? Die CWA Construction SA befindet sich auf Expansionskurs. «Wir würden gerne wachsen», sagt Baumgartner. Heute beschäftigt die Firma rund 130 Mitarbeitende, künftig sollen es an die 150 sein.

«Es stimmt: Wir suchen Fachkräfte», bestätigt der CEO. Welcher Art? Ein paar Beispiele verdeutlichen den Bedarf: Elektromonteur, Projektleiter Engineering, Anlagen- und Apparatebauer/Spengler, Mechaniker Prototypenbau etwa oder Konstrukteur. Was sich von selbst versteht: jeweils beiderlei Geschlechts.

Seilbahnkabinen

Für jene, die sich über das Portfolio der CWA, wie die Firma in der Umgangssprache genannt wird, nicht im Klaren sind: Dort werden Seilbahnkabinen produziert, die sommers wie winters Menschen in die Höhe transportieren, zu einer Sehenswürdigkeit bringen oder im urbanen Raum als tagtägliches Verkehrsmittel eingesetzt werden.

Ein gutes Beispiel zu letzterem: Die Seilbahn in Boliviens Hauptstadt La Paz, deren Verkehrsverhältnisse auf den Strassen häufig chaotisch sind und die mit der Einrichtung einer Seilbahn stark verbessert werden konnten. Die Gondeln dort – klar – kommen aus den Hause CWA; Modell Omega übrigens.

«Die Nutzer begegnen der Bahn mit einem hohen Identifikationsgrad; und die Leute dort sind richtig stolz auf das Transportwerk, welches den markanten Höhenunterschied zwischen La Paz und El Alto jetzt leicht und zeitsparend hinter sich bringen lässt», erzählt der CEO.

Sehenswürdigkeiten erschliessen

«Vor allem das Segment Point of Interest ist im Wachstum begriffen», sagt Baumgartner dann. Will heissen: Etwa rauf auf die Berge zu einer Sehenswürdigkeit, Aussichten geniessen, zu Höhenwandertouren aufbrechen.

Und die Begrifflichkeit «Point of Interest» verrät gleichzeitig: CWA ist international tätig, in «90 Ländern mit unseren Produkten präsent», wie sich der CEO ausdrückt. USA, Vietnam, Österreich, Südkorea, Venezuela, Bolivien, Italien, China, Deutschland, England, Norwegen, Russland; die Liste der Nationen ist lang.

Wie international das Unternehmen unterwegs ist, zeigte sich kürzlich, als ein Shuttle auf dem Firmengelände den Wassertest zu bestehen hatte. Der Wassertest bescheinigt die Dichtheit des Shuttles und ist ein Standardverfahren bei Fahrzeugen und Kabinen. «Der Shuttle wird auf Maui, der zweitgrössten Insel des Archipels Hawaii als Kahului Airport Tram den Parkplatz mit dem Terminal des Flughafens Kahului Airport verbinden», weiss Baumgartner. Der provisorische Auftrag wurde der CWA Ende 2016 erteilt; im Sommer 2017 definitiv bestätigt.

Nach gut Fünfvierteljahren der Entwicklung und Produktion erfolgt die Lieferung der Shuttles im kommenden Monat. Die Fahrzeuge werden mit Spezialfolien eingeschrumpft und über Olten-Basel-Antwerpen und den Panamakanal nach Hawaii-Kahului Airport transportiert. Dann folgen Test und Inbetriebnahme im Sommer 2018, die Eröffnung des Shuttledienstes ist für Spätsommer/Herbst 2018 vorgesehen.

«Wir bauen alles»

Individualität im Standard: dies die Maxime der CWA. Denn wie verrät Baumgartner doch: «Wir bauen alles, sofern die hohen Sicherheitsstandards und die physikalischen Limitationen, zum Beispiel das Gewicht eingehalten werden können.» Von der Kabine in Drachenform bis zur schwebenden Erdbeere? «Das ist unsere Aufgabe», sagt der CEO.