Olten
Eine Stiftung sucht günstigen Raum für soziale und künstlerische Projekte

Die Stiftung Raum für soziale Projekte in der Region Olten will Liegenschaften für einen guten Zweck kaufen oder mieten. Nun sucht diese einen Raum für den Verein Schlafguet.

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Von links: Stiftungspräsident Cyrill Jeger mit den Mitgliedern Marion Rauber und Daniel Wermelinger. Zvg

Von links: Stiftungspräsident Cyrill Jeger mit den Mitgliedern Marion Rauber und Daniel Wermelinger. Zvg

Zwar wurde die Stiftung Raum für soziale Projekte in der Region Olten bereits vor über 25 Jahren gegründet. Aber ihr Wirken findet im Hintergrund statt und wird kaum wahrgenommen. «Es ist die Zeit gekommen, dass wir mit unseren Zielen an die Öffentlichkeit gelangen», sagt Stiftungsratspräsident Cyrill Jeger.

Ziel der Stiftung ist der möglichst günstige Erwerb von Immobilien, um Raum für soziale und künstlerische Projekte zu schaffen. «Wir betreiben aber keine eigenen Projekte, sondern vermieten lediglich die Räumlichkeiten zu einem tragbaren Mietzins», betont Jeger. Die Stiftung sei gemeinnützig tätig und verfolge keine eigenwirtschaftlichen Interessen.

Mögliche Partner der Stiftung sind Organisationen, Vereine, Stiftungen und Private, die zukunftsweisende, innovative Projekte mit Breitenwirkung umsetzen möchten. So wie die Solodaris Stiftung, die an der Tannwaldstrasse in Olten seit Jahren eine Wohngruppe für Menschen mit einer psychischen Behinderung beheimatet. Diese Liegenschaft beim Bahnhof konnte die Stiftung Raum 1995 als bisher einzige Immobilie erwerben.

Seither hat die Stiftung immer wieder Häuser angeschaut. Ein Kauf ist aber nie zustande gekommen. Doch die Initianten suchen weiter. Denn das Bedürfnis nach günstigem Raum und sinnvollen Projekten ist vorhanden. «Wir stehen ständig in Kontakt mit Organisationen, die bezahlbare Räumlichkeiten für soziale, friedensstiftende und innovative Projekte von jungen, alten und behinderten Menschen suchen», sagt Cyrill Jeger.

Zwei Projekte – noch kein Raum

Zwei konkrete Projekte warten auf die Umsetzung, sprich auf geeignete Räumlichkeiten. Das im vergangenen Herbst neu gegründete Projekt Livato (living atelier olten – livato.ch) will Personen mit oder ohne gesundheitliche Einschränkungen einen Arbeitsraum für kreatives Wirken zur Verfügung stellen. Im Atelier und in Workshops sollen sich Menschen unterschiedlichster Herkunft auf kreativer Ebene ausdrücken und begegnen können – und dadurch auch Krisen bewältigen.

Ein weiteres Projekt heisst Schlaf- guet. Der Verein will in Olten eine Notschlafstelle für Obdachlose realisieren.«Solche wichtigen Projekte wollen wir unterstützen. Deshalb möchte sich die Stiftung Raum vergrössern und eine neue Liegenschaft erwerben», sagt Jeger.

In der Region Olten ist das nicht ganz einfach, das weiss auch der Stiftungsrat. Ihm gehören nebst Jeger, Urs Aerni, Anton Scheidegger, Kurt Schibler, Daniel Wermelinger, Myriam Frey Schär, Markus Fischer und neu, als Vertreterin der Stadt Olten, Stadträtin Marion Rauber an. Alle Stiftungsräte haben einen engen Bezug zur Region Olten, sie sind gut vernetzt und vor allem glaubwürdig. Denn ohne Vertrauen kann die Stiftung kaum auf ein Legat hoffen, ebenso wenig auf Verkäufer von Immobilien, die sie für einen guten Zweck zu einem relativ fairen Preis der Stiftung überlassen. «Die von uns mit günstigen Mieten unterstützten Projekte dienen auch der Allgemeinheit. Es ist also eine gute Sache», erklärt Jeger. (mgt)

Weitere Infos: www.raumolten.ch