Sie ist vielen noch nicht bekannt: Die Solothurner gemeinnützige Organisation «Einsatz für die Gesellschaft» (EFG), «Entlastungsdienst für Familien mit Behinderten» (ED) und ihr Fahrdienst. Mit Engagement und Professionalität erleichtern die 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des EFG-ED den Alltag von Betagten, Kranken, Verunfallten, Behinderten und deren Angehörigen sowie Familien in schwierigen Situationen.

Letztes Jahr waren es insgesamt 199 Klientinnen und Klienten, die das jeweils massgeschneiderte Angebot der Organisation mit drei Vermittlungsstellen (Olten-Gäu mit Dorneck-Thierstein, Grenchen-Bucheggberg und Solothurn-Thal) in Anspruch nahmen. Einer davon ist der Familienvater Georg Müller*.

Üblich sind Teilzeiteinsätze

Als vor fünf Jahren seine Ehefrau verstarb und ihm vier Kinder hinterliess, suchte Müller eine Unterstützung für den Haushalt und die Kinderbetreuung. Bald fand er mit Elisabeth von Arb und der EFG-ED eine passende Lösung. Als Ausnahme konnte die Betreuerin bei der Familie Müller ein 90-Prozent-Pensum eingehen. Üblich sind beim EFG-ED sonst nämlich eher Teilzeiteinsätze.

Noch heute arbeitet von Arb bei der Familie Müller. Vier Tage in der Woche von etwa 9 Uhr bis 18 Uhr kümmert sie sich um die alltäglichen Aufgaben wie putzen, kochen, einkaufen und was gerade ansteht. «Ich sehe mich als Tagesmutter und weibliche beziehungsweise mütterliche Bezugsperson», so von Arb.

Mit einem guten Gewissen aus dem Haus

Nach viereinhalb Jahren ist eine sehr starke Vertrauensbasis zwischen ihr und den Kindern entstanden. Vor allem das 11-jährige Mädchen weicht ihr während des Gesprächs nicht von der Seite. Bei der Frage, ob sie von Arb lieb hat, nickt sie mit roten Wangen verlegen. Auch Müller, der 70 Prozent als Behindertenbetreuer arbeitet, ist froh, dass er «morgens mit einem guten Gewissen aus dem Haus gehen kann».

Obwohl Von Arb die Kinder lieb hat, ist ihr wichtig, immer wieder eine emotionale Distanz zu bewahren. «Als Selbstschutz», wie sie sagt. Dies gelingt von Arb auch, die 15 Jahre lang in der psychiatrischen Betreuung tätig war. Wichtig ist ihr zudem, die Hausregeln und Erziehungsgrundsätze von Müller zu respektieren und sich in dieser Hinsicht ganz zurückzunehmen. So lautet die Antwort auf spezielle Anliegen der Kinder oftmals: «Das besprechen wir am Abend mit dem Papa.»

Auch bei Konflikten unter den Kindern verhält sie sich neutral und behält auch in Stresssituationen einen kühlen Kopf. Sie lerne an ihrem Arbeitsplatz auch immer wieder Neues. «Ich habe zum Beispiel gelernt, für viele Personen zu kochen», sagt sie mit einem herzhaften Lachen.

*Name geändert