«Wir starten zum ersten Mal als ein Berufsbildungszentrum.» Die Betonung lag bei diesem Satz auf dem Wörtchen «ein». Was Georg Berger, Direktor des Berufsbildungszentrums Olten (BBZ) nämlich gleich zu Beginn der Schuljahreseröffnung seinen Kolleginnen und Kollegen eröffnete, war zwar kein Geheimnis, aber der Grund, weshalb der Anlass in die Turnhallen der Giroud-Olma verlegt worden war.

Die rund 200 Lehrkräfte hätten in der Aula der Gewerblich-industriellen Berufsfachschule (Gibs) in Olten gar keinen Platz gefunden. Und dies wiederum lag im Umstand begründet, dass erstmals die Lehrkräfte des Berufsbildungszentrums Gesundheit und Soziales, welches sich nun unter dem Dach des BBZ wiederfindet, anwesend waren.

Der Kantonsrat hatte am 7. November 2012 beschlossen, als Teil des Massnahmenplans 2013 das Berufsbildungszentrum BBZ Olten und das Bildungszentrum Gesundheit und Soziales (BZ-GS), bisher in Olten und Solothurn, führungsmässig zusammenzulegen und die Ausbildungen des BZ-GS am Standort Olten zu konzentrieren. Ende kommenden Schuljahres wird der Standort Solothurn geräumt.

Eine Sparmassnahme

Berger machte in seinen Worten keinen Hehl aus dem Umstand, dass die Konzentration der Schulen eine Sparmassnahme sei. 150 000 Franken sind im Kalenderjahr 13, weitere 1,1 Mio. Franken im Jahr 2014 vorgesehen. Das Sparpotenzial liegt etwa in der Redimensionierung der Schulleitung (von 6 auf 2 Personen) und der Nutzung von Synergieeffekten.

Es gab auch Grussadressen an diesem Tag. Bildungsdirektor Remo Ankli, Beat Loosli als Präsident der Schulkommission BBZ und Stadträtin Iris Schelbert als deren Vizepräsidentin betonten in ihren Worten die Bedeutung der Berufsbildung.

Loosli etwa meinte, bereits die Schaffung des Berufsbildungszentrums Olten (BBZ Olten) sei als sogenannte «Sparmassnahme» im damaligen Massnahmenpaket SO+ beschlossen worden und habe sich zum klaren Gewinn für die Berufsbildung entwickelt.

Sparmassnahmen und deren Folgen seien eben auch Chancen. Trotz oder vielleicht gerade wegen dieser Zusammenführung bleibt die Stossrichtung des alten und neuen BBZ unverändert.

Mit vier Leistungsbereichen (der kaufmännischen Berufsfachschule, der gewerblich-industriellen Berufsfachschule, dem Erwachsenenbildungszentrum und der Berufsbildung Gesundheit und Soziales) wolle das BBZ ein Schul- und Lernort sein, wo Kompetenz zum Beruf werde, so Berger. Eine noch stärkere Stellung im Kanton und im Bildungs- und Arbeitsmarkt zu erlangen gelinge aber nur, «wenn alle die neue Identität und die damit verbundenen Vorteile erkennen und anerkennen», wie Berger hinzufügte.

Erweiterte Leitung

Zu der erweiterten BBZ-Leitung gehören neben Direktor Georg Berger Fredy Waldmeier (Rektor Gibs), Manfred Schreiber (Prorektor Gibs), Ursula Wildi (Rektorin KBS), Eva Eggenberger (Prorektorin KBS), Christoph Knoll (Rektor BZ-GS), Daniel Hofer (Prorektor BZ-GS/Leiter HF) sowie Peter Storari (Leiter EBZ) und Alain Légeret (Leiter Dienste).

Es gab zum Schluss dieser Eröffnung auch etwas zum Schmunzeln. Sich der Bedeutung der Berufsbildung bewusst, schenkte Apotheker Thong Vo (Olten) jeder Lehrkraft
einen Schrittzähler.

«Für uns ist dies ein Integrationsschrittzähler», so Berger. Der messe jeden Schritt; ob vorwärts, seitwärts oder rückwärts. «Der Entscheid, in welche Richtung es geht, ist selbstverständlich immer persönlicher Natur», so der Direktor zum Schluss. Aber es war jeder und jedem klar: Georg Berger zielte mit seinen Worten doch eher auf die Schritte vorwärts ab.