Es war nicht einfach am heurigen Fasnachtsumzug in Olten. Und das lag nicht etwa an den Sujets der Zünfte und Guggen, sondern an den widrigen Umständen, die den ziemlich genau zweistündigen Anlass für viele zu einer mittleren Durchhalteübung werden liess: Bissige Winde, zeitweiliger Schneeregen und ein äussert zäher Ablauf prägten die Szenerie, die doch manchen im Zuschauerspalier zur vorverschobenen Rückkehr nach Hause bewog.

Fasnachtsumzug Olten 2018

Fasnachtsumzug Olten 2018

Mit zunehmender Umzugsdauer jedenfalls lichteten sich die Reihen merklich. Die Gründe für den pomadigen Ablauf des Umzugs liegen im Dunkeln, konkrete Gründe jedenfalls konnte Fukopräsident Beat Loosli keine erkennen. «Zu Beginn liess sich ein Traktor nicht starten», meinte er. Später waren einzelne Gruppen dem Handorgeleffekt unterworfen.

«Wir sind schon seit einiger Zeit auf der Suche nach einer etwas längeren Umzugsstrecke, damit solche Phänomene zumindest minimiert werden können», so Loosli, der aber von einem erfreulich guten Zuschaueraufmarsch berichten konnte. «Wir gehen davon aus, dass an die 20 000 Personen anwesend waren.» Dass sich die Reihen vorzeitig zu lichten begannen, schreibt er eher den garstigen Bedingungen zu. «Der Umzug dauert in der Regel um die zwei Stunden; an der zeitlichen Länge kanns wohl weniger gelegen haben.»

Federleicht gemacht

Im Übrigen aber war der Umzug bunt, womöglich bunter als auch schon. Die Hilari Zunft etwa liess die in Russland verhinderte Squadra Azzura auflaufen, die sich mit Ballspiel warm halten musste und via Mikrofon die Leute am Strassenrand befragte, ob der Umzug nicht doch ein bisschen zu rasant ablaufe. Spontaner Witz war Gold wert. Fröhlich das Layout der Rätschwyber mit Obernaar Rahel: Kostüme, Wagen, Applikation in frühlingshafter Leichtigkeit. Buchstäbliche Leichtigkeit zelebrierte die Fröschweid mit Hunderttausenden von Federn, die mit Gebläsen von Wagen herab in den Gassen verteilt wurden und die noch Minuten lang durch die Luft segelten.

Duplizität der Ereignisse

Gleich zweimal wurde am Umzug auch das Thema Post vorbeigebracht: Die Bazille unter der Prämisse «Prost Post, mir wärde gschlosse» und die Säli-Zunft, die mit «Jetzt goht d’Poscht ab!» gar eine Drohne mit angehängtem Päckli vom Umzugswagen abheben liess. Es gab gar noch eine weitere Duplizität. Nicht oft nämlich kommt es vor, dass an Umzügen Bananen ausgegeben werden. Viel eher ist sich der Narr am Strassenrand Süssigkeiten oder Orangen gewohnt.

Heuer waren die Glugger aus Trimbach und die Höckeler mit der gelben Frucht beschäftigt. Während die Trimbacher unter dem Motto «Glugger uf Safari dore Oltner Stadtdschungel» loszogen, zauberten die Höckeler mit «e’nough is e’nough» und im Affenkostüm daherkommend selbstredend auch Bananen hervor. Da konnte beim Anblick der Wiggertaler-Tüfle ein Bissen im Hals stecken bleiben, bevor man sich an die aufwendige und augenfällige Produktion der Guggi-Zunft «Ab uf d’Piste» wagen konnte.