Sie ist Initiantin des Mittagstisches, wo sich Seniorinnen und Senioren zum Mittagessen treffen. Sie ist Initiantin des Seniorenchores, in welchem man sich derzeit im Altersheim Stadtpark zum Singen trifft. Sie hat am Aufbau des Besuchsdienstes der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde mitgewirkt: nur drei Beispiele, welche die Schaffens- und Innovationskraft der heute 100-jährigen Ruth Kieffer aus Olten belegen. Noch heute glänzt die Jubilarin mit wachem Geist, auch wenn sie gesteht: «Die Einschränkungen des Alters sind halt einfach da.»

Mit acht Geschwistern wurde Ruth Grundbacher, wie sie damals hiess, gross. In Muri bei Bern, wo die Familie wohnte, musste die Jubilarin schon früh im Haushalt mithelfen. Was Wunder, liess sie sich in den frühen 1940er-Jahren zur Hauswirtschaftleiterin ausbilden.

Nach diversen Arbeitsorten, unter anderem in einer Klinik im Welschland und am Kantonsspital Glarus, kam die Jubilarin 1946 nach Olten, wo sie Leiterin des Hauspersonals am hiesigen Kantonsspital wurde und ihren späteren Ehemann, Oscar Kieffer kennenlernte. Später engagierte sich Ruth Kieffer als zweifache Mutter auch im Brockenhaus der evangelisch-reformierten Kirche an der Industriestrasse.

Im Alter von 85 Jahren hat die Jubilarin den Übertritt in die Lebensphase «Stadtpark» selbst an die Hand genommen. «Ich lese viel und nehme die schöne Aussicht auf den Stadtpark als Geschenk», sagt sie über ihre neue Lebenssituation. Und sie freue sich immer sehr, wenn Urenkel Benjamin zu Besuch komme. Denn: «Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass die Familiengeschichte weitergeht,» sagt Ruth Kieffer dann. (hub)