Olten
Eine erste ERO-Bilanz: 50 Prozent weniger Verkehr in Wangen

Die Verantwortlichen der Entlastung Region Olten ziehen ein erstes Fazit: Sie sind zufrieden mit der zweimonatigen Startphase – auch wenn das neue Verkehrsregime noch an Kinderkrankheiten leidet.

Adriana Gubler
Drucken
Teilen
Für Wangen hat sich die ERO bereits gelohnt: Der Verkehr ging um 50 Prozent zurück.

Für Wangen hat sich die ERO bereits gelohnt: Der Verkehr ging um 50 Prozent zurück.

Bruno Kissling

Zwei Monate liegt die feierliche ERO-Eröffnung nun zurück. Damit ist die Zeit reif für ein erstes Fazit vonseiten der Verantwortlichen. «Grundsätzlich ist das neue Verkehrsregime geglückt, der Verkehr wird bereits an vielen Orten entlastet», überbrachte Kantonsingenieur Peter Heiniger am gestrigen ERO-Mediencafé die frohe Botschaft.

In Wangen etwa hat das Verkehrsaufkommen um 47 Prozent abgenommen, angestrebt werden 60 Prozent. Auch auf der Oltner Bahnhofbrücke hat sich bereits eine massive Besserung eingestellt: 26 Prozent weniger Verkehr konnte man verzeichnen, es sollen dereinst sogar 45 Prozent werden.

Erwartungsgemäss hat man die geplanten Verminderungen noch nicht erreicht. «Das Gesamtprojekt ERO ist noch nicht fertig, das darf man nicht vergessen», rief Heiniger deshalb vor den Medien in Erinnerung. «Es stehen weitere Umgestaltungsmassnahmen an, etwa jene an der Ziegelfeld-, Ring- und Froburgstrasse in Olten.» Diese sollen die Verkehrsverminderung nochmals spürbar verstärken.

Die ERO, damit hielten die Verantwortlichen nicht zurück, leide aber durchaus noch an Kinderkrankheiten. Die Tageswerte insgesamt seien zwar in Ordnung, aber bei der Abendspitze treten partiell Probleme auf. Eine wichtige Erkenntnis konnten die Verantwortlichen bereits gewinnen: «Wir wissen, dass der Abfluss in Fahrtrichtung Aarburg den Verkehrsfluss auf dem Netz der ERO massgeblich bestimmt», führt Heiniger aus. Rückstaus vom Paradiesli-Kreisel hätten deshalb erhebliche Auswirkungen.

Gemeinsam mit dem Kanton Aargau sei man aber daran, dieses Problem zu lösen. Zudem verzeichnen gewisse Kurse des Busbetriebs Olten-Gösgen-Gäu (BOGG) während der Abendspitze eine Verspätung von bis zu zehn Minuten. «Der BOGG reagiert allerdings professionell. Sie hat eine verstärkte zentrale Koordination und verfügen über jeweils zwei Reservebusse, die sie gezielt einsetzen», sagt Walter Steiner, Projektleiter elektromechanische Anlagen.

Und dann wäre da noch der Sälikreisel. «Kreisel fahren will gelernt sein», meint Kantonsingenieur Heiniger dazu. Deshalb wurde Yves Staub von der Kantonspolizei eingeladen, beim Mediencafé über die Verkehrsregeln beim Befahren von mehrstreifigen Kreiseln zu referieren: «Von links herannahende Fahrzeuge sind vortrittsberechtigt, ungeachtet davon, ob sich diese bereits im Kreisel oder noch auf dessen Einfahrt befinden.» Staub hielt auch fest, dass man die Vorwegweiser beachten soll. Und: «Im Kreisel sollte man grundsätzlich nicht halten.»

Beim Mediencafé stellte Patrick Spörri die Solaranlage auf dem Dach der Betriebszentrale des Tunnels Hausmatt, die bereits im Juli in Betrieb genommen wird, und die geplante Solaranlage auf dem Tunnelportal Ost vor.

Zusammen sollen die beiden Anlagen jährlich 67 900 Kilowattstunden liefern. Dies entspricht 85 Prozent des Strombedarfs für die Tunnelbeleuchtung. Die Investitionskosten belaufen sich insgesamt auf rund 310 000 Franken, sie sollen innerhalb von 17 Jahren amortisiert werden.

Nicht ohne Stolz stellte Wolfgang Niklaus das Buch «Entlastung Region Olten» vor, das seine Kommunikationsagentur Chilimedia in Auftrag des kantonalen Amtes für Verkehr und Tiefbau (AVT) realisiert hat. Auf rund 100 Seiten liefert das Werk Daten, Fakten und Illustrationen zu diesem historischen Bauvorhaben.

Regierungsrat Walter Straumann lobte: «Es ist ein Buch für die Bevölkerung und nicht fürs Archiv.» Das Buch ist beim AVT für 50 Franken zu beziehen.

Aktuelle Nachrichten