Olten

Eine Dreifachhalle oder eben gar nichts für Olten

Schulhaus Kleinholz im Modell: Das Siegerprojekt Windmolen beinhaltet einen Schultrakt in Windmühlenform (links) und in der Bildmitte ist die beabsichtigte Dreifachhalle situiert. Rechts davon liegt die jetzige Stadthalle.

Schulhaus Kleinholz im Modell: Das Siegerprojekt Windmolen beinhaltet einen Schultrakt in Windmühlenform (links) und in der Bildmitte ist die beabsichtigte Dreifachhalle situiert. Rechts davon liegt die jetzige Stadthalle.

Im Zusammenhang mit dem Bau des Schulhauses Kleinholz ist mindestens eine Zweifachturnhalle nötig. Diese ist nun aber keine Option.

Bereits im September 2019 richtete sich die Fraktion der Grünen in einer Interpellation bezüglich der geplanten Turnhalle zum neuen Schulhaus auf dem Kleinholzareal an den Stadtrat. Damit das Projekt nicht zu einem «politischen Zankapfel» werde, bat sie den Stadtrat, den Bedarf einer Dreifachhalle klar zu belegen. Durch den Stadtrat wurde zuvor kommuniziert, dass mindestens eine Zweifachhalle notwendig sei.

Stadträtin Iris Schelbert von der Direktion Bildung und Sport führte aufgrund dessen im
Namen des Stadtrats ihre Argumente auf. Sie versuchte deutlich zu machen, dass von Seiten der Vereine eine grössere Nachfrage nach Dreifachhallen bestehe, als im Moment in Olten an- geboten werden könne. Ausserdem kann mit einer Dreifachhalle die Anzahl Klassen im Schulhaus Kleinholz von Anfang 16 auf 24 ausgebaut werden, ohne eine infrastrukturelles Problem zu bekommen. Eine Alternative zu einer neuen Turnhalle sei des Weiteren nicht sinnvoll. Die nahe Stadthalle, welche theoretisch noch Kapazitäten für Schulsport bietet, wurde in erster Linie als Eventhalle errichtet. Die darin aus Not abgehaltenen Lektionen des Bannfeld- und Hübelischulhauses schränkten teilweise schon jetzt den Auf- und Abbau von Grossveranstaltungen ein.

Suche nach möglichen kostengünstigen Alternativen

Anhand der Antworten, welche der Stadtrat auf die Interpellation der Grüne-Fraktion lieferte, reichten Philippe Ruf (SVP) und Urs Knapp (FDP) vor rund einem Jahr eine neue Interpellation ein. Die darin gestellten Fragen an den Stadtrat drehten sich vor allem um die Finanzierung der Turnhalle. Die beiden Mitglieder des Gemeindeparlaments suchten zudem nach möglichen kostengünstigen Alternativen zu einer Dreifachhalle. Für die Errichtung einer solcher müsste man nämlich mit rund 12 Millionen Franken rechnen. Sie verlangten, dass geprüft werde, ob anstelle einer Dreifachhalle die freien Kapazitäten in der Stadthalle genutzt werden könnten und die Stadt lediglich eine halb so teure Einfachhalle errichten müsste.

Stadträtin Schelbert drückte in ihrer Antwort erneut aus, dass die Stadthalle nicht als Schulsporthalle, sondern als Eventhalle gebaut wurde. Sie sei zudem eine der grössten Eventhallen im Kanton und damit von grosser Wichtigkeit. Eine Auslastung der Stadthalle sei aber auch deshalb nicht sinnvoll, weil so kein qualitativer Sportunterricht abgehalten werden könne. Mit zunehmendem Alter der Schülerinnen und Schüler und je nach Sportart brauche es faktisch mehr Platz als eine Einfachhalle. Zuletzt argumentierte die Stadträtin damit, dass die Stadthalle aufgrund ihres Alters demnächst saniert werden müsse und dabei während sechs bis neun Monaten nicht zur Verfügung stehen werde. Eine neue Dreifachhalle könnte diese Zeit überbrücken.

Warum der Verzicht auf Zweifachhalle?

In der Parlamentssitzung vom 27. und 28. Mai 2020 erklärte der Stadtrat schliesslich, er gedenke dem Parlament und dem Volk bezüglich des neuen Schulhauses nur zwei Optionen vorzulegen. Eine, welche den Bau einer Dreifachhalle beinhaltet, und eine, welche komplett auf den Bau einer Turnhalle verzichtet.

Ruedi Moor (SP) richtete sich daraufhin mit einer weiteren Interpellation an den Stadtrat. Er wollte wissen, was passiert, falls die Variante «ohne Turnhalle» obsiegt und wieso der Stadtrat auf die Kompromisslösung mit einer Zweifachhalle verzichtet.

Für den Fall, dass die Dreifachhalle abgelehnt würde, müssten besonders Schulen aber auch Vereine mühevoll auf die Stadthalle und schliesslich in ein Provisorium ausweichen, berichtet Schelbert nun. Der Bau einer Zweifachhalle sei dennoch schlichtweg nicht sinnvoll. Die Kosten, um die Halle im Nachhinein um einen weiteren Sektor zu erweitern, seien «unverhältnismässig intensiv». Für den Stadtrat gilt also: eine Dreifachhalle oder gar nichts.

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