Gesuch
Einbürgerung für 100 Franken: Er will Hägendörfern das Bürgerrecht schmackhaft machen

Die Hägendörfer Bürgerschaft lädt Schweizer Staatsbürger ein, sich in ihrer Wohngemeinde einzubürgern.

Géraldine Steiner
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Ruedi Studer. «Den Bewohnern soll die Gemeinde Hägendorf nähergebracht werden.»

Ruedi Studer. «Den Bewohnern soll die Gemeinde Hägendorf nähergebracht werden.»

Bruno Kissling

Noch bis Mitte Oktober ist ein Gesuchsformular zur Einbürgerung von Schweizern mit Wohnsitz in Hägendorf auf der Website der Bürgergemeinde aufgeschaltet. Nun werden Schweizer Staatsbürger, die mindesten zwei Jahre in der Gemeinde wohnen – und mindestens vier Jahre im Kanton Solothurn – eingeladen, das Hägendörfer Bürgerrecht anzufordern.

Der Antrag auf dem Formular werde, gemäss Anleitung der Seite, im Bürgerrat vorberaten und durch die Bürgergemeindeversammlung angenommen oder abgelehnt. Dies könne zwischen drei und sechs Monate dauern und kostet 100 Franken – für das Gemeindebürgerrecht – plus 500 Franken, wenn das Kantonsbürgerrecht noch nicht beantragt wurde.

Hägendorf soll in die Nähe rücken

Der Bürgerpräsident Ruedi Studer erklärt dazu: «Den Bewohnern soll die Gemeinde Hägendorf nähergebracht werden.» Gerade Leute, die schon lange in Hägendorf wohnen und Interesse für beispielsweise den Wald oder das Naherholungsgebiet zeigen, sollen sich noch besser mit der Gemeinde identifizieren können. Ausserdem hätten viele Einwohner sowieso keinen grossen Bezug zu ihrem angeborenen Bürgerort. Die Leute, die schon lange in Hägendorf wohnen, sollen «offiziell Bürger sein», findet Studer. Durch das Verfahren werde die Verbundenheit mit der Gemeinde gesteigert.

Gemäss dem Hägendörfer Bürgerpräsidenten wurde schon eine Weile, auch schon vor Corona, über dieses Vorgehen diskutiert, und nun ist es so weit. Die Einbürgerung von Ausländern sei bereits alltäglich, sagt Studer. Nun will er auch speziell die Schweizer Einwohner auffordern, offiziell Hägendörfer zu werden.