Olten
Ein Zentrum für modernes Arbeiten entsteht – auch Kinderbetreuung wäre künftig möglich

Village Office plant gemeinsam mit verschiedenen Stakeholdern ein Co-Working-Space in Olten. Dies in den Räumlichkeiten des Raiffeisen Provisoriums.

Rebecca Rutschi
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Die Coworking Spaces möchten sich ergänzen - zum Beispiel mit einem Betreuungsangebot.

Die Coworking Spaces möchten sich ergänzen - zum Beispiel mit einem Betreuungsangebot.

zvg

Obwohl die Rede von einem Co-Working-Space war, informierte Emanuel Forny, Coach bei Village Office, am Montagabend nicht in einem grossen Open-Concept-Büro, sondern coronakonform via Zoom. An der Ringstrasse 15 in den Räumlichkeiten des Raiffeisen Provisoriums werde zurzeit ein neues Co-Working-Space aufgebaut, erzählt er. Mit diesem möchte man die lokale Wertschöpfung steigern, die Verkehrsinfrastruktur entlasten und die Lebensqualität der Arbeitenden steigern.

Fornys Arbeitgeberin, Village Office, begleitet den Aufbauprozess. Village Office ist ein Schweizer Unternehmen, welches beim Aufbau von vielen Co-Working-Spaces in der ganzen Schweiz hilft und diese miteinander vernetzt. Getragen werden soll das Projekt aber schliesslich von einer lokalen Genossenschaft, welche mit Dienstleistenden und Gewerbe aus der Region zusammenarbeitet.

Eine solche Genossenschaft ist im Moment in Planung und soll demnächst gegründet werden. Zu diesem Zweck sucht Village Office gemeinsam mit bereits bestehenden Stakeholdern – namentlich ist das zum Beispiel die Wirtschaftsförderung Region Olten – nach Gründungsmitgliedern.

Als Genossenschafterin oder Genossenschafter seien alle Leute geeignet, welche sich für dezentrales Arbeiten engagieren und Olten nachhaltig weiterentwickeln möchten, erklärt Forny in der Zoom-Sitzung. Er ruft die Anwesenden jedoch nicht nur zur Mitwirkung auf, sondern führt sie auch via Video durch das Provisorium, in welchem sich im Moment immer noch Gerätschaften der Raiffeisen befinden.
Die Räumlichkeiten des Raiffeisen-Provisoriums umfassen 610 Quadratmeter.

Forny präsentiert den ersten Entwurf des Raumprogrammes. Dort zeigt sich, dass nicht nur Arbeitsplätze und Sitzungszimmer geplant sind: Weitere Ideen umfassen auch ein Café, eine Küche, ein Atelier, eine Chill-out-Ecke und einen Marktplatz. Der Marktplatz sei ähnlich zu verstehen wie ein Dorfplatz, erklärt Forny. Man begegne sich und tausche sich aus. Es sei ein Ort, der sich gut für Quartiertreffs eigne.

Zusammenarbeit mit JuraLab

In Olten gibt es bereits Co-Working-Strukturen und mietbare Arbeitsplätze. Diese werden von JuraLab angeboten. In Konkurrenz wird die Organisation mit dem neuen Space an der Ringstrasse aber nicht treten. JuraLab strebe eine Zusammenarbeit mit der Genossenschaft an, erzählt die Geschäftsführerin Ines Preim. Es gehe schliesslich darum, das Angebot für Oltnerinnen und Oltner zu vergrössern und mobil-flexibles Arbeiten zu stärken. Von zukünftigen komplementären Angeboten – zum Beispiel der Kinderbetreuung – profitieren beide Betreiber.

Mami und Papi unterstützen

JuraLab & Netz 4F Im Homeoffice konzentriert arbeiten, während die Kinder im nächsten Raum spielen, ist oft nur schwer möglich. Deswegen lancieren JuraLab und Netz 4F, zwei Organisationen der Stiftung 3FO, ein Angebot, welches die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern soll. Dies teilen die beiden Akteure in einer Medienmitteilung mit. Während Eltern an den Coworking Space Arbeitsplätzen von JuraLab ungestört ihrer Arbeit nachgehen können, werden ihre Kinder im Zimmer nebenan von Netz 4F - Fachpersonen betreut. Vor Ort gebe es ausserdem genügend Platz, um mit den Kindern gemeinsam das mitgebrachte Mittagessen zu geniessen.
Das Angebot «kids & flexwork» sei flexibel und kurzfristig nutzbar. Betreut werden Kinder im Alter von 6 Monaten bis 12 Jahren. (rer)