Hägendorf

Ein Themenweg zu Himmel und Hölle soll den Allerheiligenberg beleben

Mit diesem Anblick vor Augen lässt sich auf dem Mätteli unbeschwert rytiseile. Diese und weitere Animationen hält der Themenweg bereit. hub

Mit diesem Anblick vor Augen lässt sich auf dem Mätteli unbeschwert rytiseile. Diese und weitere Animationen hält der Themenweg bereit. hub

Die Stiftung Pro Allerheiligenberg plant einen Themenweg zu Himmel und Hölle. Damit soll die Gegend rund um den Allerheiligenberg attraktiviert werden.

Die Idee: verlockend. Andere würden sagen: verblüffend einfach. Ein Rytiseili auf dem Mätteli, eine Windharfe auf der Wüsthöchi, ein Wald-Xylophon, eine Himmelstreppe. Und wer steckt dahinter? Die Stiftung Pro Allerheiligenberg Hägendorf, welche 2014 als Nachfolgerin der Stiftung Pro Höhenklinik Allerheiligenberg gegründet wurde. Sie möchte die Gegend um den Allerheiligenberg attraktivieren.

«Es ist relativ wenig Betrieb dort oben», sagt Ruedi Studer, Stiftungsrat und Hägendorfs Bürgerpräsident. Den Allerheiligenberg deshalb als Ruhe- und Kraftort erhalten und stützen ist eine der Zielsetzungen, welchen sich der Stiftungrat verschrieben hat. Ein Themenweg, der sich zweier symbolträchtiger Flurnamen aus dem Gebiet bedient, Himmel und Hölle nämlich, solls richten und mit unterschiedlichsten Animationsmöglichkeiten aufwarten. «Die Ideenbasis», so Studer, «hat sich aus dem Umstand ergeben, dass wir von Spazierwegen ausgegangen sind, die von Wanderern oder einstigen Patienten der Höhenklinik genutzt wurden.»

Voilà. Angesprochen werden sollen in erster Linie Familien mit Kindern und Schulklassen der Unterstufe, wie das Grobkonzept verrät. Der Themenweg eigne sich ausgezeichnet für eintägige Schulreisen und könne auch für Religionslehrpersonen Anlass sein, mit ihren Klassen «über Himmel und Hölle zu sinnieren», wie das Grobkonzept weiter ausführt.

Über eine Handvoll Kilometer ist der Themenweg veranschlagt, bestückt mit 11 Animationsorten, die sich thematisch gliedern (siehe rechts) und vorerst als Möglichkeiten definiert sind. «Es ist denkbar, dass wir weniger kostenintensive Animationen so nach und nach realisieren», gibt Studer zu verstehen. Denn die grösste Schwierigkeit bei der Umsetzung des Projekts ist – logisch – dessen Finanzierung. Zwischen 220 000 und 300 000 Franken sind dafür budgetiert, je nachdem, wie viele der angeregten Animationen umgesetzt werden.

Zwei Drittel sollten es sein

Für Studer steht ausser Frage, dass rund zwei Drittel der Projektkosten aus Fremdmitteln stammen müssten. «Wir rechnen damit, dass allein der jährliche Unterhalt des Weges zwischen 8000 und 10 000 Franken betragen wird», sagt er. Es sei allein deshalb schon notwendig, mit den Ressourcen der Stiftung haushälterisch umzugehen.

Von einem Fundraising hat der Stiftungsrat aber vorerst mal abgesehen. Das Grobkonzept zieht denn auch andere Finanzierungsmodelle in Betracht: Lotterie- oder andere Fonds, Stiftungen. Kommt das benötigte Geld zusammen, kann das Projekt innert zweier Jahre umgesetzt werden. Frühestens im Jahr 2020.

Nicht immer nur Europapark

Das Projekt soll gemäss den Konzeptverfassenden «keine störenden Fremdkörper in die Landschaft setzen». Möglichst naturnahe Materialien kommen bei der Umsetzung zur Anwendung. Mit ein Grund, warum die Idee auf breites Wohlwollen stösst. Jedenfalls ist Studer nur wenig anderes bekannt. Hägendorfs Lokalhistoriker Hans Sigrist etwa findet durchaus zustimmende Worte: «Die Idee der Animationen gefällt mir. Erst recht dann, wenn ich bedenke, dass Themenwege sonst vielfach fast ausschliesslich durch Infotafeln gestaltet sind.»

Für Sigrist kann der Weg auch Grund dafür sein, dass Familien oder andere Gruppen auch mal einen halben Tag in freier Natur unterwegs sind. «Man muss ja nicht immer den Europapark besuchen», wie er hinterherschiebt. Auch der für Hägendorf zuständige Kreisförster Werner Schwaller sieht eigentlich keinen Grund, weshalb der Themenweg nicht realisiert werden könnte. «Aus unserer Sicht werden keine sensiblen Gebiete davon berührt.»

Jäger haben Bedenken

Eher Bedenken meldet die örtliche Jägerschaft an. Sie fürchtet, der sogenannte Zivilisationsdruck auf das Wild werde zunehmen. Der Abzweiger des Themenwegs Richtung Höll/Himmelrich erschliesse exakt ein Gebiet, welches den Wildtieren als einer der letzten verbliebenen Rückzugsorte dient. Vor allem die Gämsen nutzen diesen Fleck so quasi als Wildruhezone. «Aus diesem Gründen stehen wir dem Stichweg doch skeptisch bis ablehnend gegenüber», sagt Urs Schmid, Präsident des Jagdvereins Hägendorf-Bölchen.

Für Studer ist denkbar, dass dieser Abzweiger bei der Realisierung des Projekts entfallen könnte. Aber was ihm auch noch unter den Nägeln brennt: Er wünscht sich einen regelmässigen Betrieb droben auf dem Allerheiligenberg. Das würde für eine grundsätzliche Belebung des Gebiets sorgen und auch Stabilität bedeuten, meint er zuversichtlich.

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