Wenn am 1. Juni der Gotthard-Basistunnel offiziell eröffnet wird, ist an dessen Südportal im Tessiner Ort Pollegio auch ein Oltner Unternehmen mit von der Partie. Und zwar auf der Piazza Ticino, dem auf dem Festgelände errichteten Tessiner Pavillon in Form eines Schweizerkreuzes. Jeder Kreuzarm wird einem charakteristischen Thema des Tessins gewidmet sein. Die Ausstellungen umfassen die Bereiche Kultur, Tourismus, Mobilität und Gastronomie, Köstlichkeiten aus Tessiner Küche und Rebbergen werden vor Ort natürlich nicht fehlen.

Massstab 1:2000

Zur Veranschaulichung eines neuen Zug-Tram-Netzes in Lugano hat das Oltner Modellbau-Unternehmen Ingold AG ein Modell der Region Lugano im Massstab 1: 2000 beigesteuert. Das Strassenbauprojekt, das mit Kosten von 2,83 Milliarden Franken veranschlagt wird, soll mit Umfahrungsstrecken für schnellere Verkehrswege sorgen. Ursprünglich sollte der Auftrag als 3D-Druck umgesetzt werden, was laut Lukas Metternich, Geschäftsführer der Ingold AG, wirtschaftlich nicht realisierbar gewesen sei.

Stattdessen präsentierte er eine CNC-gefräste Lösung. Die Abkürzung CNC steht für «Computerized Numerical Control»; das zwei Quadratmeter grosse Landschaftsmodell wurde also mithilfe einer hochpräzisen computergesteuerten Maschine aus Kunststoff gefräst. Dies anhand von Geodaten von Swisstopo, dem Geoinformationszentrum des Bundes. Anschliessend wurde es von der Firma Robo Schrift & Art aus Kappel bei Olten im Airbrushverfahren sowie von Hand koloriert.

Vergabe kurzfristig

Der Modellbau-Auftrag wurde erst Anfang April und damit sehr kurzfristig vergeben. Den Zuschlag erhielt die Ingold AG, weil es im Tessin keine Firma gebe, die den Auftrag in der kurzen Zeit zustande gebracht hätte, so Lukas Metternich. Seine Firma sei schweizweit vorne mit dabei, was den Stand der Technologie betreffe. Ausserdem hatte sie bereits ein Referenzprojekt vorzuweisen, ein Modell zur Autobahn A9 im Oberwallis.

Das Modell wurde innerhalb von zwei Monaten ausgeführt und kostete den Auftraggeber rund 53 000 Franken. 10 000 Franken wurden für das Material aufgewendet, je 20 000 Franken entfielen auf das Fräsen und Kolorieren. Allein die Maschinenbearbeitungszeit belief sich auf 300 Stunden, das Kolorieren nahm weitere 200 Stunden in Anspruch.