Rickenbach
Ein neuer Gemeindesaal: Kernaufgabe oder Kürlauf?

Am Montag befindet der Souverän an der Gemeindeversammlung von Rickenbach über den Kauf des Gemeindesaals.

Urs Huber
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Ein neuer Gemeindesaal anstelle des Saals im Werkhofgebäude: Rickenbachs Souverän entscheidet.

Ein neuer Gemeindesaal anstelle des Saals im Werkhofgebäude: Rickenbachs Souverän entscheidet.

Bruno Kissling

Showdown in Rickenbach: Soll die Einwohnergemeinde in der vorgesehenen Überbauung Dorfzentrum den Gemeindesaal kaufen? Veranschlagt wird das Vorhaben mit 570 000 Franken; ein allfälliger Kauf schlägt mit 500 000 Franken zu Buch, die Ausstattung mit Mobiliar soll 70 000 Franken kosten. Der Gemeinderat empfiehlt den Kauf der Anlage. Dessen Antrag scheint weitgehend unbestritten, will man den Aussagen von Dorf-Insidern Glauben schenken.

In enger Zusammenarbeit

Gemäss Botschaft spricht für den Kauf auch dessen Wirtschaftlichkeit. Würde die Gemeinde im Fall eines Nein zum Kauf als Saalmieterin auftreten, so vergäbe sie, nach Wirtschaftlichkeitsberechnungen, innert 50 Jahren mehr als 450 000 Franken. Für bis zu 100 Personen soll der Gemeindesaal Platz bieten, je nach Bestuhlung: Der behindertengerechte Bau mit eigenem Zugang samt eigenem Aussenplatz, WC-Anlagen, Küche und Behindertenparkplatz glänzt zudem mit einer strassenseitigen Frontverglasung.

Das Vorhaben war im Rat eingehend diskutiert worden. Einerseits hatte man der Bevölkerung versprochen, Ersatz für den Werkhofsaal zu schaffen, andererseits wurden Zweifel laut, ob ein Saal wie vorgesehen zu den Kernaufgaben der Gemeinde gehöre. Pro-Stimmen votierten, der Gemeindesaal sei als Ergänzung zur Mehrzweckhalle zu verstehen, Kontra-Stimmen meinten, die Mehrzweckhalle der Schulanlagen genüge vollkommen. Schliesslich sahen die Befürworter auch die Möglichkeit, den Saal für Festivitäten zu vermieten, Skeptiker verbanden dies eher mit zusätzlichem Verwaltungsaufwand.

Nachdem die Gemeinde den fraglichen Baugrund an die Immo Gäu AG verkauft hatte, wurde das Vorprojekt Gemeindesaal in enger Zusammenarbeit mit der Liegenschaftsbesitzerin bis zur Baureife weiterentwickelt.