Oltner Altmattpark
Ein Melting-Pot für die virtuellen Ferraristi: Die erste Racing Lounge ist eröffnet

Die Racing Lounge im Oltner Altmattpark ist eröffnet. Wer will, kann sich dort wie Sebastian Vettel fühlen; oder auch ganz normal bleiben.

Urs Huber
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Marco und Christa Lauber in ihrer Rennumgebung im Altmattpark. Auch die virtuelle Formel 1 hat dort Einzug gehalten.
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So sieht die Racing Lounge aus
Neue Racing Lounge im Altmattpark

Marco und Christa Lauber in ihrer Rennumgebung im Altmattpark. Auch die virtuelle Formel 1 hat dort Einzug gehalten.

Bruno Kissling

Marco Lauber spart nicht mit Superlativen. Lussoreale heisst die 2014 gegründete Firma, der er sich zusammen mit Ehefrau Christa annimmt. Das Duo verheisst königlichen Luxus, der sich von edlen italienischen Uhren über ebensolchen Balsamico hin zur Formel 1 erstreckt. Letzteres übrigens erst seit ein paar Tagen.

Die dazugehörige Firma Lussoreale Racing AG wurde im September dieses Jahres aus der Taufe gehoben. Im Altmattpark, an Oltens Westend, pflügen sich jetzt die Boliden durch imaginäre Landschaften; mit eben jenem Fahrgefühl, welches eigentlich nur den Formel-1-Giganten vorbehalten bliebt.

Zu 95 Prozent wirke das Simulierte real, hatte Guido Tognoni dort verraten. Der einstige FIFA-Mediendirektor ist heute mit dem Aufbau des Formula-V-Verbandes betraut und war bei der Eröffnung des Racing Parks mit von der Partei. Das V übrigens steht für virtuell.

Prädikat innovativ und stilvoll

Tognoni hatte nur lobende Worte für Lauber, der Rennstrecke, Fahrerlager, Verpflegung und Ambiente in edler Weise zusammengebracht habe. Eine stilvoll eingerichtete Etage eben, die sich branchenüblich 4th Floor nennt, wo sich künftige Formel-1-Cracks und andere furchtlose Hasardeure über die Strecke von Mugello oder die einer ihrer Wahl kämpfen, wenn sie denn mal das Sicherheitsgurtensystem durchschaut haben und eigenständig in die stilisierte «Zigarre» steigen, die sich – ganzheitlich betrachtet – Simulator nennt. Gefüttert mit Daten und ausgerüstet mit sensibelster Hydraulik. Und sonst hilft garantiert die Betreuung nach.

«Jedes überfahrene Kieselsteinchen bekommst du zu spüren», sagt Lauber dann. Derart fein sei das Sensorium des Simulators justiert. Auch als Fahrtraining für Sportwagenlenkende geeignet. Denn passieren kann nichts. Wer mit 200 gegen die Leitplanke oder die Reifenwand kracht, kriegt einen leichten Ruck ab. Basta. Sonst nichts.

«Das ganze Erlebnis CO2-neutral», hatte Lauber bei der Eröffnung auch betont. Und bezüglich Gastroangebot präzisiert der Mann von Lussoreale: «Damit keine Missverständnisse entstehen: Unser Gastroangebot ist jetzt nicht zu vergleichen mit Restaurants, welche Menus servieren. Wir konzentrieren uns auf Häppchen. Aber die stehen ganz im Zeichen von Lussoreale.»

Die Zeichen der Zeit erkannt

Der Auftraggeber der Simulatoren ist von der Idee des Racingcenters überzeugt. «Ich glaube, ein solches Zentrum im Herzen des Mittellandes ist der richtige Ort für ein Angebot in diesem Rahmen», fährt er fort. Motorsportfreunde sind überall. Und nehmen für Erlebbares auch weitere Strecken in Kauf.

Nicht jede und jeder aber ist zum virtuellen Formel-1-Crack geschaffen. So stehen noch drei andere Simulatoren zur Verfügung, solche der GT-Klasse, einer Rennserie, in der anfänglich seriennahe Supersportwagen und Sportwagen zum Einsatz kamen. «Eine Weltneuheit», wie Lauber sagt. Mit 20 Franken ist man bei der 10-minütigen Herausforderung dabei. Für einen Hunderter kommen Mann und Frau während einer Stunde zum Zug. Das Center steht auch Gesellschaften als Veranstaltungsort zur Verfügung.