Amtsgericht Olten-Gösgen
Ein Mann begeht 16 Delikte in dreieinhalb Monaten

Ein 32-jähriger Mann aus der Region Olten musste sich vor der Einzelrichterin wegen einer langen Liste verübter Vergehen verantworten.

Isabel Hempen
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Ein 32-Jähriger Mann aus Olten stand wegen 16 Delikten in 5 Monaten vor dem Amtsgericht Olten-Gösgen. (Symbolbild)

Ein 32-Jähriger Mann aus Olten stand wegen 16 Delikten in 5 Monaten vor dem Amtsgericht Olten-Gösgen. (Symbolbild)

Keystone

Wie sich Beziehungsknatsch auf eine ohnehin schon angeknackste Psyche auswirken kann, belegte gestern am Amtsgericht Olten-Gösgen eindrücklich der Fall eines 32-jährigen Schweizers. Sechzehn Vergehen hat sich der in der Region Olten wohnhafte Mann gemäss Anklage binnen weniger Monate schuldig gemacht.

Man lasse sich die Liste seiner Verfehlungen einmal auf der Zunge zergehen: Betrug, versuchter Betrug, mehrfache geringfügige Sachbeschädigung, mehrfacher Hausfriedensbruch, Tätlichkeiten, Drohung, mehrfache Trunkenheit und unanständiges Benehmen, Verunreinigung öffentlichen und fremden Eigentums, Sachbeschädigung, mehrfacher Diebstahl, Fahren in fahrunfähigem Zustand, Führen eines Motorfahrzeuges trotz Aberkennung des Ausweises, Fahren ohne Kontrollschilder, Fahren ohne Haftpflichtversicherung, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, Beschimpfung.

Dabei machte der Angeklagte vor Gericht durchaus keinen unzivilisierten Eindruck. Unumwunden gestand der mehrfach Vorbestrafte zudem die Delikte ein, die er im Zeitraum vom 22. März 2015 bis zum 11. Juli 2015 begangen hatte.

Psychische Erkrankung

So hatte er anfangs 2015 im Internet zwei Kopfhörer im Wert von 818 Franken an die Adresse seines Nachbarn bestellt und das gelieferte Paket aus dessen Briefkasten entwendet. Ein zweiter Betrugsversuch misslang.

Erneut straffällig machte er sich im Mai 2015. Nach dem Konsum einer Flasche Bacardi-Rums griff er im Geschäft eines Mobilfunkanbieters in Solothurn einen Angestellten tätlich an. Des Weiteren drohte er, den Laden kurz und klein zu schlagen, und warf unter anderem mit einem Japanmesser um sich. Er wurde darauf von einem Verkäufer und zwei Kunden überwältigt.

Es folgten Ende Juni 2015 Diebstähle von Elektrogeräten, Geld und einem gelben Sparschwein aus einem Vereinslokal in Olten. Einen Diebstahl grösseren Massstabs beging der Mann, als er aus dem Briefkasten einer Autohändlers einen Fahrzeugschlüssel fischte und mit einem grauen Seat im Wert von 23 900 Franken davonbrauste.

Diesen plante er, auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen. Alkoholisiert, ohne gültigen Führerausweis, ohne Kontrollschilder und im Beisein seiner schwangeren Verlobten fuhr er damit während vier Tagen herum. Zu unguter letzt fackelte er in einem Oltner Restaurant eine Palme ab. Wieso das alles?

Wie der Angeklagte erklärte, leide er seit dem Jahr 2002 an einer psychischen Erkrankung. Als seine Verlobte sich im Winter 2014/2015 von ihm trennte, sei alles «drunter und drüber» gegangen: Er lebte allein in seiner Wohnung, konsumierte Drogen, die Situation sei eskaliert. Die Konsequenzen seiner Handlungen seien ihm in diesem Moment egal gewesen, gestand er.

«Ich sagte mir dann irgendwann selbst, das geht nicht mehr so. Was ich tat, war dümmer als dumm», erkannte er. Nicht zuletzt, weil seine zu ihm zurückgekehrte Freundin inzwischen schwanger war.

Der Mann, der eine IV-Rente bezieht und über einen Beistand verfügt, ist derzeit in medikamentöser Behandlung. Diesen Februar ist er Vater eines Buben geworden. «Das Kind war ein Segen», sagte er.

Und schob reuig nach: «Ich kann nicht fassen, wie ich gehandelt habe.» Auch die anwesende Familienbegleiterin bemerkte: «Wenn man das so hört, kann man sich das gar nicht vorstellen. Er ist ein toller Vater.» Der gelernte Gärtner möchte nach Möglichkeit bald wieder einer Arbeit nachgehen. «Ich muss den Rank wieder finden», schloss er.