Er ist noch so etwas wie eine Baustelle, der Parterrebereich der Liegenschaft Aarauerstrasse 55. Aber nur noch bis Ende Januar. Am 1. Februar öffnen sich dort die Türen zur Saner Apotheke. Damit wird Olten nach Basel, Dornach und Liestal deren vierter Standort in der Nordwestschweiz. Eine logische Folge, denn Geschäftsführer Dominik Saner (54) hat Pläne. Die Nordwestschweiz mit jener Idee zu besetzen, die da lautet: «Gesund und natürlich». Saner: «Es war sicher eine glückliche Fügung, dass mit Helmut Renker, dem Inhaber der Bifang Apotheke, ein für alle Seiten befriedigendes Übereinkommen getroffen werden konnte.»

Will heissen: Die Bifang Apotheke geht in der Saner Apotheke auf. Auch für Helmut Renker (77) ein glücklicher Umstand. «Quasi 50 Meter von meinem Betrieb entfernt entsteht eine neue Apotheke, die den Anforderungen der Zeit gerecht wird», meint er. Er selbst hat für seinen Betrieb keine Expansionsmöglichkeiten gesehen. Dass Renker mit der strategischen Ausrichtung der Saner Apotheke übereinstimmt, lässt sich daran festmachen, dass der rüstige Senior auch nach mehr als vier Jahrzehnten als Apotheker im Bifang einen Tag pro Woche am neuen Standort mitwirkt. Mit ihm werden sämtliche seiner Angestellten, deren sieben, künftig in der Saner Apotheke beschäftigt sein.

220 Quadratmeter Verkaufsfläche

Die Verkaufsfläche der neuen Apotheke ist beeindruckend. 13 Mitarbeitende werden auf einer Verkaufsfläche von 220 Quadratmetern unter der Führung von Vera Baranzini für das Wohl der Kunden sorgen. Als ausgebildete Drogistin wirkte sie schon beim Aufbau der Apotheke in Liestal mit. «Saner Apotheken nehmen sich gleichermassen dem schul- wie komplementärmedizinischen Aspekt an», sagt sie. Womit schon ein Geheimnis verraten wäre. Und Dominik Saner meint: «Der Kunde soll die Wahl haben.» Immer mehr nämlich entwickeln sich Apotheken zum Ort der Information, der kleineren, örtlichen Behandlung und der individuellen Beratung.

Die Räume sind hell, ebenso die verwendeten Farben. Der Verkaufsraum wird von der Aarauer- wie von der Unterführungsstrasse erreichbar sein. Transparent eben. Dazu passt auch die Geschäftspraxis der «flachen Hierarchien und der grossen Autonomie der einzelnen Apothekenstandorte», sagt Saner, in dessen Apotheken auch Medikamente in Eigenregie hergestellt werden. «Manufaktur» – so nennt Florian Staub, Mitglied der Geschäftsleitung Saner Apotheken, diese Abteilung und lehnt dabei an die Begrifflichkeit des gewerblichen Kleinbetriebs an, in dem etwa stark spezialisierte Produkte im Wesentlichen oder teilweise in Handarbeit hergestellt werden und qualitativ hochstehend sind. Im Untergeschoss, so etwas wie die Abteilung Logistik, warten noch einmal 90 Quadratmeter Betriebsfläche. «Bis ein fragliches Medikament von hier unten oben im Laden greifbar ist, dauerts höchsten 15 Sekunden», sagt Staub.

Auch Blumen Frei kommt

Der Standort Aarauerstrasse 55 wird unisono als «ausgezeichnet» etikettiert. Das freut Liegenschaftsbesitzer Raoul Bachmann von der LC Lucerne Capital AG. Im 2012 hatte er die Immobilie gekauft, nachdem er sich überzeugen liess, in Olten aktiv zu werden. Der Mann bekommt recht. Die Idee, im Parterre der Aarauerstrasse 55 Verkaufsgewerbe anzusiedeln und den Rest des Bauvolumens zu rund 40 Wohnungen umzugestalten, geht offenkundig auf. «Ich bin natürlich froh, dass sich die Dinge hier so gut entwickeln», sagt Bachmann.

Die Mieter würden sich wohlfühlen. Auch wenn die Balkone beziehungsweise Wintergärten eher weniger gross ausgefallen seien: der Wohnraum werde gut angenommen. Rund die Hälfte davon ist belegt. Allerdings relativiert der Immobilienbesitzer, dass hauptsächlich die kleineren Wohneinheiten begehrt waren. «Bei den grossräumigeren gibts noch Handlungsbedarf.» Die im März 2016 gegenüber dieser Zeitung in Aussicht gestellte Absicht, die Wohnungen würden sich preislich mit denen in Olten SüdWest messen lassen, sieht Bachmann in die Praxis umgesetzt. Auch Blumen Frei in Olten hat sich entschieden, an die Aarauerstrasse 55 zu ziehen. Der Termin ist aber noch nicht kommuniziert. Für weitere Informationen stand gestern niemand vom Floristikbetrieb zur Verfügung.

Mit italienischem Takeaway

Daneben steht auch fest, dass ein Kiosk der Valora Gruppe als Mieter einzieht. Und auch ein italienischer Take-away mit Frischpasta im Angebot wird sich ansiedeln: Die Gustoso AG aus Fulenbach, «Partner für mediterrane Spezialitäten», wie sich das nach eigenen Angaben «zu den führenden Import- und Grosshandelsunternehmen der Schweiz zählende Geschäft» bezeichnet. Es ist spezialisiert auf Lebensmittel und Weine oberster Güteklasse aus handwerklicher, traditioneller Fertigung. «Als Eröffnungstermin wäre eigentlich der 1. März gedacht», so Ali Principi, Mitglied der Geschäftsleitung auf Anfrage. Aber noch sind nicht alle Abklärungen abgeschlossen. Getestet habe man die spezielle Idee des Take-away ein paar Mal beim jeweiligen Rampenverkauf am Standort Fulenbach. «Sie ist sehr gut angekommen», so Principi.

Und schliesslich steht Bachmann auch mit einer Bäckerei in Verhandlung. Wirklich Konkretes gebe es dazu aber noch nicht zu kommunizieren, so der Liegenschaftsbesitzer.
Wie titelte diese Zeitung doch im Frühling 2016, als der Baustart an der Aarauerstrasse 55 anstand? «Ein Quartier will nach oben.» Es tut sich was in Olten Ost.