Emme-Hochwasser
Ein «Gutsch Nasenwasser» schaffte es bis nach Olten

Im Bernbiet hat das Emme-Hochwasser grosse Schäden angerichtet. Nicht so im Kanton Solothurn. Leserin Corinne Wiederkehr hat die Flutwelle in Olten erwartet. Sie schildert das Ganze wie folgt.

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Auch in Olten werden Dämme aufgebaut
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Hochwassersperren beim Aarebistro.
Das Warten auf die «Welle» «Grosses Staunen und noch grössere Erwartungen vor dem Eintreffen einer Riesenwelle durchmischte die Menge der Schaulustigen», beschreibt Leserin Corinne Wiederkehr die Situation.
Beim Aarebistro musste ein Umweg in Kauf genommen werden.
Die Dämme sind bereit
Das Wasser kommt bedenklich hoch, tritt aber nicht übers Ufer «Als es um 16.15 Uhr aus den Lautsprechern der Badi hiess, dass der Wasserhöchststand nun erreicht worden sei, ging ein enttäuschtes Raunen durch die Menge», so Corinne Wiederkehr.
Auf der Holzbrücke
Die Aare kommt hoch, tritt aber nicht über die Ufer
Von der Aare bis nach Ruppoldingen getragen: Schwemmholz muss via Greifer aus den Fluten entfernt werden.

Auch in Olten werden Dämme aufgebaut

Leserfoto/Matthias Ruchti

«Gebannt warteten die Schaulustigen und übrigen Oltnerpassanten bei der alten Holzbrücke, was die Feuerwehr und Polizei an der Aare verrichteten. Die Leute reden viel: ‹Eine Flutwelle soll kommen.› ‹Was ist denn genau eine Flutwelle?› ‹Das ist eine Welle, die ab zwei Meter und höher sein kann.› ‹Booaaa, und das hier in Olten?!? Das reisst doch glatt alles mit, inklusive der alten Brücke hier.› ‹Ja sicher, wie im 2007, als die Brücke gesperrt wurde, weil man befürchtete, sie werde von der Aare mitgerissen.›

Grosses Staunen und noch grössere Erwartungen vor dem Eintreffen einer Riesenwelle durchmischte die Menge der Schaulustigen. Derweilen traf die Feuerwehr der Stadt Olten Vorsichtsmassnahmen. Immer wieder wurde spekuliert, um welche Zeit denn diese Welle, so hoch wie ein Tsunami, denn nun kommen würde? Erst hiess es 15.00 Uhr... dann 15.30 Uhr und schlussendlich 16.00 Uhr, dann soll der Höchststand des Wasserpegels erreicht werden.

Als es um 16.15 Uhr aus den Lautsprechern der Badi hiess, dass der Wasserhöchststand nun erreicht worden sei, ging ein enttäuschtes Raunen durch die Menge. Ja, die Leute reden viel. Der Pegelstand indessen hat sich von 14.00 Uhr bis 16.15 Uhr um genau zwei Treppen am Uferrandes beim Aarebistros gesteigert. Also ein Gutsch Nasenwasser kam da von der Emme, welche es bis nach Olten geschafft hat. Mehr nicht.

Aber seien wir ehrlich, mehr wollten wir auch gar nicht erleben, denn die Sorge um die berühmte alte Brücke, welche wir uns im 2007 gemacht haben mussten, wollen wir nie mehr wieder erleben!

In diesem Sinne, weiterhin einen schönen, feuchtfröhlichen Sommer.»

Corinne N. Wiederkehr

Wie haben Sie das Hochwasser erlebt? Schreiben Sie uns Ihre Erlebnisse im Kommentar-Feld!