Die Trimbacherin und der Walliser, die gemeinsam in Zürich wohnen, hatten zuvor schon mit dem Medium Video gearbeitet.

«Uns schien von Anfang an zentral, dass sämtliche Veranstaltungen im Cultibo nicht vom Begegnungszentrum selbst, sondern von dessen Nutzern initiiert werden», sagt Weibel, die sich vor dem Filmdreh selbst schon im Cultibo engagiert hatte. Die beiden Kunstschaffenden hätten es daher passender gefunden, selbst einen Anlass durchzuführen und diesen mit der Kamera einzufangen. Mit einem Maskenworkshop, den sie an drei Tagen durchführten, griffen sie bastelnd die Themen Identität und Kultur auf. Ausserdem dokumentierten sie, ganz ohne Masken, zwei reguläre Cultibo-Anlässe, ein «Essen für alle» und ein «Café international».

«Wir trafen die Entscheidung, Bild und Ton nicht zu synchronisieren», sagt Weibel. So sind die sprechenden Personen jeweils nicht im Bild zu sehen. «Wir wollten nicht auf einzelne Personen fokussieren und darauf, wer alt, jung, gross, klein, Schweizer oder Ausländer ist.» Wichtiger als einzelne Gesichter oder Funktionen von Personen sei ihnen gewesen, die Vielfalt aufzuzeigen, die das Cultibo charakterisiert. Mit den Teilnehmenden führten sie Gespräche zu den Themen Heimat und Identität, stellten aber auch einfachere Fragen, etwa warum diese Leute das Cultibo besuchen oder was ihnen daran gefällt.

Grosse Bereitschaft

Besonders die Kinder hätten es «super» gefunden, aufgenommen zu werden. Schade findet Weibel, dass vereinzelt Personen Hemmungen gehabt hätten im Film zu erscheinen. Etwa weil sie meinten, nicht gut genug Deutsch zu sprechen. Dennoch sei bei den Leuten «alles in allem eine grosse Bereitschaft» dagewesen, mitzumachen, so Weibel.

Nachdem sie viel Bild- und Tonmaterial aufgenommen hatten, ging es im Schneideprozess darum zu sichten und einen roten Faden zu bestimmen. «Uns fiel besonders auf, wie viel Herzblut diese Leute in das Begegnungzentrum stecken», sagt Weibel. Das Engagement im Cultibo sei allen den Beteiligten mit sehr vielen Emotionen verbunden. Um diesen emotionalen Aspekt aufzugreifen, verpassten die Künstler dem Film eine märchenhafte Rahmenhandlung von einer guten Fee in der Stadt.

6000 Franken

Rund ein halbes Jahr benötigten Weibel und Stucky seit der Anfrage im Frühling für die Erstellung des Films. Die 6000 Franken, die sie dafür in Rechnung stellten, seien für Arbeiten dieser Art ein sehr geringer Betrag, ist sich Weibel bewusst. Als Künstler hätten sie indes andere Tarife, und auch das Cultibo sei mit dem veranschlagten Budget einverstanden gewesen. Der Cultibo-Vorstand, der den Film bereits gesehen hat, sei «sehr zufrieden», wie Zentrumsleiter Christoph Wüthrich sagt. Der Vorstand habe den beiden Kunstschaffenden freie Hand gelassen. Das Resultat sei sehr stimmig und bilde das Cultibo treffend ab. Der Film wird am Samstag, den 18. November um 11 Uhr im Cultibo erstmals öffentlich gezeigt.