Lesung
Ein ertrunkener Mann taucht im Gösger Flusskraftwerk auf

Erich Wullschleger aus Starrkirch schreibt Kriminalromane, die in der Region spielen. Zwei davon, «Bittere Vergangenheit» und «Die gestreifte Katze», stellte er am Mittwoch in der Buchhandlung Schreiber in Olten vor.

Miriam Ackermann
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Erich Wullschleger brachte heuer zwei Krimis heraus. bruno kissling

Erich Wullschleger brachte heuer zwei Krimis heraus. bruno kissling

Balz Kuster heisst der Privatdetektiv, der vergangenen Mittwoch an der Lesung im Schreiber im Beisein einer kleinen Schar von Zuhörern ermittelte. Balz ist ein früh pensionierter Herr um die Sechzig und bessert seine Rente auf, indem er Kriminalfälle löst. Er stammt aus der Feder des eher unbekannten Starrkircher Autors Erich Wullschleger. Nachdem letztes Jahr ein Buch von ihm erschienen ist, sind in diesem gleich zwei gleichzeitig herausgekommen.

In «Bittere Vergangenheit» bekommt Balz den Auftrag, in einem Fall zu ermitteln, der zuerst aussieht wie ein Selbstmord: Ein ertrunkener Mann ist im Rechen des Gösger Flusskraftwerks aufgetaucht. Im Auftrag der Witwe beginnt Balz, im Umfeld des Ertrunkenen zu schnüffeln. Die Frau glaubt nicht an Selbstmord. Bald findet Balz heraus, dass der Tote doch nicht das bünzlige Leben führte, wie es im ersten Augenblick den Anschein machte. Er deckt beispielsweise Verbindungen zu einem Waffenschieberring auf. Langsam beginnen immer mehr Dinge darauf hinzudeuten, dass es möglicherweise doch kein Selbstmord war.

Im zweiten Buch «Die gestreifte Katze» gibt es (noch) keine Leiche. Die Reiseleiterin Pia verschwindet nach ihrer Rückkehr von einer Reise spurlos. Balz versucht, sie wiederzufinden. Bald tauchen Leute auf, die etwas mit ihrem Verschwinden zu tun haben könnten. Pia war mit ihren Geschwistern an einer Firma beteiligt, bei der es Diskussionen um die Besitzverhältnisse gab. Doch Pias Geschwister sind nicht die einzigen, die ein Motiv hätten. Seine Recherchen führen Balz auch ins Drogen- und Rotlichtmilieu, wohin Pia Verbindungen hatte. Möglicherweise hat dort jemand etwas mit dem Verschwinden zu tun?

Beide Romane spielen in der Region Olten und Langenthal. Die Plätze, die Balz besucht, sind Orte, die es wirklich gibt. Wullschleger schafft so, wie er es beabsichtigt, ein sehr authentisches Bild der Schauplätze. Der Leser hat einen grossen Teil der Orte bestimmt schon einmal besucht und weiss ungefähr, wie sie aussehen. Doch die Ermittlungen führen Balz auch an Orte ausserhalb der Region. So ermittelt er zum Beispiel in Frankfurt oder in anderen Schweizer Gegenden.

Die Antwort auf die Frage, wieso jemand Krimis schreibt, die im Niederamt spielen, kann Wullschleger schnell beantworten: «Ich bin ein begeisterter Krimi-Leser und schaue auch gerne Kriminalserien. Doch oftmals sind für mich am Ende einer Episode nicht alle Fragen geklärt. Manchmal sind die Hinweise für die Ermittler zu einfach zu finden oder die Motive der Mörder zu sehr an den Haaren herbeigezogen. Es kommt sogar vor, dass ich am Schluss nicht einmal weiss, wer jetzt genau der Mörder war.» Er sagte sich, dass er das besser könne. Nach seiner Frühpensionierung habe er Zeit gehabt, sich dem Schreiben zu widmen. So begann Wullschleger, Balz Kuster und seine Geschichten zu erfinden.

Am Ende alles geklärt

Die Fälle sind realistisch geschrieben und die Hinweise für die Lösung fallen Balz (meistens) nicht direkt vor die Füsse. Oft führt ihn die Aussage einer Person zur nächsten. Zur Lösung des Falls muss der Detektiv viele Umwege begehen. Und der Schluss? Dazu meint der Autor: «Am Ende muss ein Kriminalroman aufgeräumt sein. Es dürfen keine Fragen mehr offen sein.» Er vergleicht dies mit den aufgeräumten Bildern von Ursus Wehrli (von Ursus und Nadeschkin). Am Schluss ist alles schön geordnet. Alle Fragen sind beantwortet. Und so ist es tatsächlich: Am Ende der Geschichten bleiben kaum mehr Fragen offen und es ist klar, wer der Täter ist.

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