Nach den letzten beiden Gemeindeversammlung mit jeweils über 160 Teilnehmenden war die Rechnungsgemeinde in Fulenbach doch sehr schlank besucht. 19 anwesende Stimmberechtigte wurden Zeugen davon, wie sämtliche Geschäfte ohne Wortmeldung einstimmig durchgewinkt wurden. Neben der positiven Rechnung 2018 (Ertragsüberschuss 119'023 Franken) wurden der Geschäftsbericht Elektra Fulenbach (113'000 Franken Gewinn), die Fusion der beiden Zivilschutzregionen Thal und Gäu sowie Anpassung im Allmendreglement gutgeheissen.

Budgetdisziplin – so etwas wie ein Zauberwort in Finanzangelegenheiten; auch in Fulenbach. Der positive Abschluss der Jahresrechnung 18 (119'023 Franken) sei auch darauf zurückzuführen, sehe man von den deutlich höheren Steuererträgen der juristischen Personen ab, erwähnte Verwaltungsleiter Jörg Nützi. Etwas befremdlich wirkte die Nachricht, die Gemeinde sitze derzeit auf Gesamtsteuerausständen von knapp 1,5 Mio. Franken. Rund 500'000 Franken entfallen dabei auf nicht eingegangene Vorbezüge. Offenkundig: Nicht wenige in Fulenbach zahlen ihre Steuern erst mit der definitiven Veranlagung.

Fast nur unter Budget

Mit Ausnahme der Sozialregion Untergäu (Mehrausgaben: 95 000 Franken) schliessen alle öffentlich-rechtlichen Organisationen ohne eigene Körperschaft unter Budget ab. Erträge resultierten aus der Wasserversorgung (64'000 Franken), der Abwasserbeseitigung (46'600 Franken) sowie der Abfallbeseitigung (9200 Franken). Auch in der Forstwirtschaft liess sich ein solcher über 14 700 Franken ausweisen. Hinsichtlich der Wasserversorgung konnte für das vergangene heisse und trockene Jahr ein gesteigerter Wasserverbrauch von knapp 9 Prozent festgestellt werden. Der Pro-Kopf-Verbrauch im vergangenen Jahr belief sich durchschnittlich auf knapp 69 000 Liter Frischwasser.

Gut hielt sich auch die Elektra Fulenbach. «Sie darf auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurückblicken», so Fulenbachs Gemeindepräsident und Verwaltungsratspräsident Thomas Blum. Zwar nahmen die Energieverkäufe leicht ab, aber die fünf Kunden im Dorf, welche jährlich mehr als 100'000 Kilowattstunden pro Betriebstätte verbrauchen, blieben der Elektra Fulenbach treu. Wermutstropfen: Der bis Ende 2019 gültige Liefervertrag mit Onyx (Fulenbach bezieht seit zwei Jahren ausschliesslich Strom aus Wasserkraft) läuft aus. Deshalb muss ab kommendem Jahr mit deutlich höheren Strompreisen gerechnet werden, wie Geschäftsführer Hansjörg Schaad erklärte.

Schliesslich sagten die Anwesenden auch Ja zur neuen Bevölkerungsschutzregion Thal-Gäu. Der Zusammenschluss der bislang autonomen Regionen wurde notwendig, nachdem die Order von Bund und Kanton erging, die Zivilschutzregionen müssten mindestens 30'000 Einwohner zählen. Die Leitgemeinde des neuen Gebildes wird für die ersten drei Jahre Balsthal sein. Sie führt Jahresrechnung sowie Personalwesen. Markante Kostenveränderungen würden durch den Zusammenschluss nicht erwartet, so Gemeinderat Roland Wyss. Auch die kleine Revision des Allmendreglements fand einhellig Zustimmung. So wird etwa das veraltete Flächenmass Jucharte durch den Begriff Hektare ersetzt.

Ferner informierte Blum, der Gemeinderat habe beschlossen, das Restaurant zur Linde wieder in Betrieb zu nehmen. Ein möglicher Eröffnungstermin sei im Jahr 2020 denkbar. Derzeit arbeitet der Gemeinderat auch am Nutzungsplan «Kiesabbau». Das Planwerk wird zu gegebener Zeit aufgelegt.