Steuern
Ein drohendes Defizit in der Gemeindekasse zwingt Boningen zum Handeln

Bleibt der Steuerfuss in Boningen bei 115 Prozent, droht für das Budget 2020 ein Bilanzfehlbetrag. Der Gemeinderat beantragt deshalb erneut einen Steuerfuss von 125 Prozent für natürliche Personen — letztes Jahr fiel er damit durch.

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Mario Heller

Ein Defizit von 283'700 Franken, Netto-Investitionen von 208'000 Franken, ein Cash-Loss von 83'000 Franken, ein Finanzierungsfehlbetrag von 291'000 Franken, ein Selbstfinanzierungsgrad von minus 40 Prozent, Gesamtabschreibungen von 173'000 Franken sowie eine voraussichtliche Reduktion des Eigenkapitals per Ende 2018 auf rund 450'000 Franken – dies sind die Kennzahlen der Laufenden Rechnung und der Investitionsrechnung für das Boninger Budget 2018, wenn der Steuerfuss für natürliche Personen, wie bisher, bei 115 Prozent bleibt. Damit droht für das Budget 2020 erstmals ein Bilanzfehlbetrag.

Dies sind Zahlen, die den Boninger Gemeinderat ultimativ zum Handeln zwingen. Er verabschiedete deshalb zuhanden der Gemeindeversammlung vom Dienstag, 12. Dezember einen Voranschlag für das kommende Jahr, welcher auf einem Steuerfuss von 125 Prozent für natürliche Personen basiert; jener für juristische Personen bleibt unverändert bei 130 Prozent, und auch die Feuerwehr-Ersatzabgabe bleibt gleich.

Damit ergeben sich leicht bessere Kennzahlen. Das Defizit reduziert sich auf 123'700 Franken, bei gleichbleibenden Nettoinvestitionen und einem Cashflow von 77'000 Franken ergibt dies einen Finanzierungsfehlbetrag von 131'000 Franken und einen Selbstfinanzierungsgrad von 37 Prozent.

Gründe für Defizit

Der Rat stellt fest, dass auch jetzt noch ein Defizit vorhanden ist. Welches sind die wichtigsten Gründe? Zum einen muss festgehalten werden, dass sich die Aufwendungen in der Sozialregion weiterhin erhöhen, nämlich um rund 36'000 Franken (Bereiche Soziales, Ergänzungsleistungen, KESB und Kindesschutz) gegenüber der Rechnung 2016.

Zum anderen war das Jahr 2016 ein ausserordentlich gutes, was die Einnahmen bei den juristischen Personen betrifft. In diesem Bereich wird aber für das kommende Jahr mit Mindereinnahmen von gegen 180'000 Franken gegenüber 2016 gerechnet.

Der Gemeinderat beantrage bereits letztes Jahr eine Steuererhöhung um 10 Prozentpunkte, fiel bei den Stimmbürger damit aber klar durch. Die 68 Stimmberechtigten lehnten den Antrag des Gemeinderates mit 43 zu 25 Stimmen ab. Bereits 2015 haben die Boninger aber einer Steuererhöhung von 105 auf 115 Prozent zugestimmt.

Zu den Spezialfinanzierungen: Diese schliessen im grünen Bereich ab: Die Abwasserentsorgung mit einem Defizit von 26'900 Franken und die Abfallbeseitigung mit einem Ertragsüberschuss von 14'800 Franken. Beide Spezialfinanzierungen weisen nach wie vor ein gesundes Eigenkapital auf.

Investitionen

Der Gemeinderat beantragt der Gemeindeversammlung zudem einen Brutto-Investitionskredit von 350'000 Franken für die Sanierung der Mehrzweckhalle, verteilt auf die kommenden vier Jahre. 100'000 Franken davon werden im kommenden Jahr fällig und wurden in die Investitionsrechnung aufgenommen.

So sollen im kommenden Jahr die undichten Dachfenster saniert werden (68'000 Franken), und die Fassaden werden ebenfalls erneuert (27'000 Franken). Der Rest entfällt auf kleinere Reparaturen.

Ebenfalls in die Investitionsrechnung aufgenommen werden 30'000 Franken für das neue ICT-Konzept an der Schule Boningen. Diese Kosten liegen in der Kompetenz des Gemeinderates und wurden an der letzten Sitzung Mitte November bewilligt.

Der Rat hält fest, dass es sich dabei um die Minimalvariante handelt. Angeschafft werden Hard- und Software im Betrag von gut 22'000 Franken, die restlichen gut 7000 Franken entfallen auf den einmaligen Support im kommenden Jahr. (mgt/fmu)

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