Ersteigert
Ein Däniker zahlt ein kleines Vermögen für Federers Racket

Ein Mann aus Däniken, der anonym bleiben möchte, hat das Racket von Roger Federer für den Rekordbetrag von 15 101 Franken ersteigert. Er sei seit Jahren ein riesiger Federer-Fan, sagt er.

Adriana Gubler
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Roger Federer 2007 beim French Open: Dieses Racket liess sich der Tennis-Fan aus Däniken 15'101 Franken kosten.

Roger Federer 2007 beim French Open: Dieses Racket liess sich der Tennis-Fan aus Däniken 15'101 Franken kosten.

Keystone

Ob der Däniker, der bei der Charity-Auktion von Swiss Olympic das Racket von Roger Federer für 15 101 Franken ersteigert hat, mit dem neuen Spielgerät nun einen Winner nach dem anderen schlagen wird? Wohl kaum. Denn der Einsatz des Tennisschlägers ist fraglich: «Ob ich damit eine Runde Tennis spielen werde, weiss ich noch nicht - so ein begnadeter Spieler bin ich selbst nicht», lässt der stolze Besitzer des Federer-Rackets via Swiss Olympic verlauten.

Der Grund, weshalb er so viel Geld für den Tennisschläger des Olympia-Silbermedaillengewinners hingeblättert hat, ist ein anderer. «Ich bin seit mehr als zehn Jahren ein grosser Fan von Roger Federer. Er ist ein grossartiger Sportler und trotz seines Erfolges nicht abgehoben, das finde ich sehr sympathisch. Die Chance, ein originales Federer-Racket zu ersteigern, musste ich einfach packen.» Nun kann es der Niederämter kaum erwarten, den Schläger, mit dem Federer an den French Open 2007 spielte, in den Händen zu halten. «Das Racket wird eingerahmt einen würdigen Platz an meiner Wand neben einem Roger-Federer-Poster finden.»

Dreimal mehr als Ammanns Brille

Mit dem Betrag von 15 101 Franken hat der Däniker Federer-Fan für einen neuen Rekord gesorgt. Denn bereits seit den Olympischen Spielen in Athen 2004 versteigert der Dachverband des Schweizer Sports, Swiss Olympic Ausrüstungsgegenstände von Schweizer Sportstars, dabei wurde aber noch nie die 10 000-Franken-Marke geknackt, wie Daniel Stegmann von Swiss Olympic sagt. Vor zwei Jahren im Rahmen der Olympischen Spiele in Vancouver erzielte die Kult-Sonnenbrille von Skispringer Simon Ammann mit 5200 Franken das höchste Gebot. «Federer hat uns sein Racket gut einen Monat vor Beginn der Olympischen Spiele zugestellt, sozusagen als Starthilfe der Charity-Auktion», sagt Stegmann.

Bevor der Niederämter schliesslich bei der Versteigerung auf ricardo.ch den Preis für das Federer-Racket entscheidend in die Höhe trieb, wollte er Genaueres über den Verwendungszweck des Erlöses wissen. «Dass der Erlös nicht an einen privaten Verkäufer fliesst, sondern direkt der Sporthilfe und damit dem guten Zweck zugute kommt, hat mich überzeugt. Ich habe extra auf der Sporthilfe-Webseite nachgelesen, an welche Talente das Geld fliesst, und finde es toll, dass ich so auf meine Weise diejenigen unterstützen kann, die in Zukunft in der Sportwelt für Furore sorgen werden», sagt der Niederämter.

Regionale Talente profitieren

Unterstützt werden mehr als 400 Schweizer Athleten, unter anderem drei aktuelle Olympiateilnehmer: Kunstturnerin Giulia Steingruber, Weitspringerin Irene Pusterla oder Triathlet Ruedi Wild. Mit Tamara Arnold (Tennis), Manuel Beeler (Behindertensport), Manuel Fasnacht (Mountainbike), Camille Häusli (Triathlon), Andri Heimann (Curling), Mischa Lanz (Tennis), Nathalie Lauber (Leichtathletik), Jennifer und Sabrina Sägesser (Rad, Mountainbike), Vanessa Schranz (Triathlon) und Philipp von Arx (Ski-OL) profitieren auch junge Sporttalente aus der OT-Region von der Unterstützung der Sporthilfe.

Bis zum Ende der Olympischen Spiele am kommenden Sonntag können sportbegeisterte Sammler für weitere Artikel mitbieten. Die Trainingsjacke und die Regenjacke von Roger Federer etwa stehen im Angebot, aber auch Fabian Cancellaras Olympia-Cap, Swann Obersons Badekappe, Claudio Cappellis Trainingsanzug oder auch Giulia Steingrubers Regenjacke.