Blitzeinschläge sind gottlob eher selten; aber am vergangenen Freitagabend fuhr ein solcher in die Liegenschaft, in welcher der Einwohnergemeinde Hägendorf eingemietet ist. Tatort: Bachstrasse 11.

Der äussere Sachschaden am Gebäude hielt sich in Grenzen. Lediglich ein paar Ziegel wurden auf einer Fläche von vielleicht 4 m2 vom Dach gesprengt. Zu einem Brandausbruch aber kam es glücklicherweise nicht.

Dafür nahmen elektronische Einrichtungen auf der Gemeindekanzlei Schaden. Deren Ausfall konnte allerdings bis am Montag kurz nach 15 Uhr behoben werden, wie Hägendorfs Gemeindeleiter Philipp Häfeli auf Anfrage meinte. Da konnten die Computer wieder angeworfen werden.

Fehlender Zugriff

Bis zu jenem Zeitpunkt war ein Zugriff auf Internet und Rechenzentrum in der Gemeindeverwaltung nicht möglich, «was die Verarbeitung von Informationen doch wesentlich erschwerte», wie Häfeli meinte. Kunden konnten nicht entsprechend bedient werden, die verwaltungsinternen Kommunikationsabläufe waren verunmöglicht oder zumindest erschwert. Verwaltung lahmgelegt quasi also. Im Übrigen blieb die Gemeindeverwaltung aber von weiteren materiellen Schäden verschont.

Bedauerlich findet Häfeli, dass der Schaden zwar der zuständigen UPC Cablecom mitgeteilt werden, diese aber übers Wochenende keine Pikett-Dienstleistungen zur Verfügung stellen konnte. Im Nachhinein hätte sich das als sehr hilfreich herausgestellt. Gemäss Mediensprecherin der UPC Cablecom sieht die Firmenpraxis tatsächlich so aus, dass Schäden an Werktagen innert 24 Stunden behoben werden, solche übers Wochenende am darauffolgenden Montag. Es sei denn, es handle sich um Vorfälle, die zu einem grossflächigen Ausfall führen oder allenfalls ganz wichtige Institutionen betreffen wie etwa Blaulichtorganisationen.

Für den im selben Gebäude verorteten Posten der Kantonspolizei Solothurn dagegen blieb der Blitzschlag tatsächlich folgenlos, wie Mediensprecher Andreas Mock auf Anfrage erklärte. «Uns jedenfalls sind keine technischen Störungen bekannt geworden.»

«Kalter Blitz»

Gemeinhin nimmt der Laie an, dass mit Blitzeinschlägen auch ein Feuer einhergeht. Dem ist nicht so. Ein sogenannter «kalter Blitz» weist zwar eine hohe Elektrizität (bis 100 000 Ampere) auf, doch ist die Dauer der explosionsartigen Lufterhitzung viel zu kurz – nämlich nur wenige hundertstel oder tausendstel Sekunden – um das Material, das er trifft, trotz grosser Hitzeentwicklung zu entzünden.

Aus diesem Grunde lösen «kalte Blitze» eher Überspannungsschäden im Leitungsnetz und explosionsartig anmutende Schäden aus als offene Brände, die eher für «heisse Blitze» typisch sind. Heisse Blitze weisen zwar ebenfalls eine hohe Stromstärke auf, dauern aber länger als ein kalter Blitz, sodass sie bei entsprechender Stromstärke und daraus resultierender Hitzeentwicklung ein Feuer auslösen können.

Heisse Blitze dauern zwar auch nicht länger als Sekundenbruchteile, jedoch in Relation gesehen wesentlich länger als kalte. Insofern ist Hägendorf mit einem «kalten Blitz» davongekommen.