Olten
Ein Bekenntnis zum Standort Olten: Im Norden des Bahnhofs entsteht ein eindrücklicher Komplex

Die Pallas Kliniken wollen 50 Millionen für einen Neubau im Gebiet Bahnhof Nord investieren – der Bezug ist frühestens auf 2025 geplant.

Fabian Muster
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zvg

Es ist schon länger bekannt, dass die Pallas Kliniken an ihrem Hauptsitz in Olten nicht mehr ganz zufrieden sind. Vor knapp drei Jahren sagte CEO Georgos Pallas gegenüber dieser Zeitung, dass man in Olten zu wenig Platz habe und ermittle, wie man «das räumliche Problem lösen könnte». Das inhabergeführte Familienunternehmen ist nämlich seit Beginn der Tätigkeiten vor 26 Jahren beim Sälipark ansässig und war schon länger auf der Suche nach einem neuen Standort. Zuerst war ein Neubau im Gebiet Hardfeld hinter dem heutigen Nussbaum-Areal in Olten ein Thema. Dort besitzt die Immobilienfirma der Pallas Kliniken ein knapp 7000 m2 grosses Grundstück. Doch vor über zwei Jahren haben die Pallas Kliniken sich ein Baufeld beim Areal Bahnhof Nord, südlich der heutigen SBB-Betriebszentrale, gesichert (wir berichteten). Dort soll nun auch der Neubau von rund 50 Millionen Franken erstellt werden, wie eine kürzlich erfolgte Bauausschreibung zeigt, gegen die eine Einsprache bei der städtischen Baudirektion eingegangen ist.

«Wir glauben fest an die Zukunft des Standorts Olten und an die Zukunft unseres Unternehmens», schreibt die Kommunikationsabteilung der Pallas Kliniken auf Anfrage. «Wir stehen zum Standort Olten als Herz unseres Unternehmens und wollen das Wachstum hier fortsetzen.» Mit dem Neubau sollen die Qualität und das Angebot der medizinischen Dienstleistungen «weiter erhöht werden können». Zudem will die Firma als Arbeitgeber attraktiver werden für Fachpersonal, aber auch den Ruf «unserer international tätigen Fachärzte und Professoren festigen». Man sei überzeugt, mit dem Projekt «für die Stadt und die Region Olten einen nachhaltigen Mehrwert zu schaffen». Die Lage des Neubaus in Bahnhofs- und Stadt­nähe sowie an der Aare gelegen, spreche für sich.

«Vor grossen Herausforderungen in betrieblicher und wirtschaftlicher Hinsicht»

Derzeit stehe das Unternehmen aber wegen der Coronapandemie «vor grossen Herausforderungen in betrieblicher und wirtschaftlicher Hinsicht», und «unser ganzes Augenmerk ist auf die Bewältigung dieser Krise gerichtet». So helfen alle Pflegeangestellten im Kantonsspital Olten aus, weswegen der eigene Klinikbetrieb reduziert werden musste. «Der Fahrplan, ob und wie wir die grossen Investitionen stemmen können, wird sich nach der Pandemie weisen müssen», heisst es weiter.

Die Pallas Kliniken planen auf dem Baufeld 2 des Areals Bahnhof Nord ein Gebäude mit elf Geschossen und einer Nutzfläche von 25000 m2. Vorgesehen sind eine Bettenstation, Tageskliniken und Ambulatorien. Unterirdisch ist eine Autoeinstellhalle mit rund 170 Plätzen – der Anteil der Pallas Kliniken beträgt deren 100 – als gemeinsames Projekt mit dem daneben- liegenden Baufeld 1 geplant, das der Anlagestiftung der Bank Credit Suisse gehört. Oberirdisch wird es nur Kurzparkmöglichkeiten und Mobility-Plätze geben. Das Gebäude, beheizt mit einer Wärmepumpe, soll als massiver Hybridbau aus Holz und Metall gebaut werden, wie dem Baugesuch zu entnehmen ist. Das Projekt erfüllt die Anforderung zum Minergie-Standard oder geht zum Teil sogar dar­über hinaus. Dies dort, «wo es machbar ist und auch Synergien mit den medizinischen Anforderungen an das Bauwerk erreicht werden», schreiben die Pallas Kliniken. Auf dem Dach ist eine Fotovoltaikanlage geplant. Der Einzug wird «frühestens auf 2025 möglich» sein.

Rein flächenmässig wäre der Platz am jetzigen Standort beim Sälipark zwar vorhanden. Aber: Der Kostendruck im Gesundheitswesen sei gross: «Um exzellente Medizin auf höchstem Qualitätsniveau in Zukunft weiterhin anbieten zu können, müssen die Prozesse laufend verbessert werden, um unnötige Schritte als Kostentreiber zu eliminieren und um Abläufe zu optimieren.» Hierbei spielten die Räumlichkeiten eine entscheidende Rolle. Daher wären auch am bisherigen Standort hohe Investitionen notwendig.

Idee für einen «Cluster der Medizinalbranche»

Im neuen Gebäude will das Unternehmen, das in Olten rund 200 Mitarbeitende beschäftigt, nicht die Gesamtfläche selbst nutzen. Es sei die ­Absicht, neben den eigenen Leistungen im Bereich Derma­to­logie, Augen- und Venenheilkunde sowie plastische Chirurgie auch Leistungen von Dritten anbieten zu können. Dafür will man Kooperationen eingehen. Bisher seien zwar keine Verträge ausgehandelt, aber als mögliche Partner seien Hausärzte, Apotheken oder andere Spitäler möglich, die von der räumlichen Nähe profitierten. Es könnte so ein «Cluster der Medizinalbranche» entstehen.

Was dereinst mit dem Gebäude beim Sälipark geschehen soll, ist derzeit noch unklar. Es sei «noch Jahre zu früh, um eine Aussage machen zu können», schreibt das Unternehmen. Auf das Hotel Arte mit dem Restaurant Pure, das ebenfalls der Pallas-Gruppe gehört, hat der Neubau hingegen keinen Einfluss. Dieses soll am bisherigen Standort verbleiben.