Wer diesen Sommer einmal einen lauen Abend an der Aare verbracht hat, dem ist es aufgefallen: Ein dickes orangefarbenes Rohr, das etwas flussaufwärts vom Aarebistro, unterhalb der Aarburgstrasse, aus dem Ufer ragt.

Das Wasser, das aus der Leitung in die Aare plätschert, stammt aus der Kühlanlage des Neubaus Aarepark. Bei niedrigem Aarestand überspült das ausfliessende Wasser den Fussweg entlang des Flusses.

SVP-Gemeinderat Ernst Eggmann ist die Wasserleitung ein Dorn im Auge. «Nicht nur, dass diese Einleitung den Weg blockiert, es ist auch optisch ein hässlicher Schandfleck», schreibt er in einer Anfrage an den Stadtrat. Er schlägt vor, die Röhre zu versenken und nach einer Lösung zu suchen, damit der Fussweg trockenen Fusses passierbar ist.

Röhre unsichtbar machen

Die Stadt hat Einsehen, die Röhre soll aus dem Uferbild verschwinden. Die Leitung unter den Niedrigwasserpegel zu versenken ist jedoch nicht möglich, wie Urs Kissling, stellvertretender Leiter der Baudirektion, erklärt.

Ein Ausfluss unter der Oberfläche der Aare wäre nicht zweckmässig, da er zu kompliziert für den Unterhalt sei, sagt er. Eine andere Lösung musste her. «Die Röhre wird um zirka einen halben Meter zurückgeschnitten. Der Fussweg wird im Bereich der Röhre entfernt und tiefergelegt, damit das Wasser abfliessen kann. Ein Stahlrost führt als niveaugleiche Brücke über den Abfluss.»

So wäre die Röhre von der Seite nicht mehr sichtbar und Spaziergänger können über den Weg gehen, ohne nasse Füsse zu bekommen. «Und wenn das Hochwasser Sand auf den Weg spült, kann dieser über den Rost wieder abfliessen», ergänzt Kissling. Gemäss Kissling sollen die Bauarbeiten noch in diesem Herbst ausgeführt werden.

Stadt muss Kosten übernehmen

Für diese Anpassung der Kühlwasserleitung hat die Stadt einen Nachtragskredit von 12 500 Franken gesprochen. Die Arbeiten der Stadt geschehen jedoch lediglich aus kosmetischen Gründen, denn rechtlich gesehen ist mit der Leitung alles in Ordnung. «Der Kanton gibt als Eigentümerin des Gewässers die Vorschriften vor, diese wurden eingehalten», sagt Kissling.

Nun wolle niemand für die Verschönerung des Ausflusses zuständig sein. «Wir haben beim Eigentümer der Liegenschaft nachgefragt, doch er hat es abgelehnt, sich finanziell an der Anpassung zu beteiligen», sagt Kissling.

Dass nun die Stadt die Kosten für die Korrektur der störenden Kühlwasserleitung übernehmen muss, ist für Ernst Eggmann unverständlich. «Verbrochen hat es der Kanton und nun muss es die Gemeinde zahlen. Das man so etwas vom Kanton aus überhaupt machen lässt, wundert mich», sagt der Gemeinderat.