Unter dem Titel «Ehrlich ist herrlich» werden am 11. Aare Forum vom 28. April in Olten die vielen Facetten der Ehrlichkeit beleuchtet. Als Referent mit dabei ist unter anderen der ehemalige Liechtensteiner Skirennfahrer Marco Büchel, der das Ehrlichsein mit Fairness und Vertrauen verknüpft.

«Notlügen» kennt man als Begriff schon lange, «alternative Fakten» ist eine sprachliche Kreation der neusten Geschichte. Beidem steht die Ehrlichkeit entgegen, eine traditionelle Tugend, um die sich die elfte Ausgabe der Solodaris-Charity dreht.

Das ganztägige Aare Forum bietet einmal mehr eine breite, auf viel Fachwissen und Erfahrung abgestützte Palette an Beiträgen. Acht Referentinnen und Referenten sprechen im Stadttheater Olten zum Thema «Ehrlich ist herrlich» und zur Frage, ob traditionelle Tugenden zu beschwerlich oder unentbehrlich sind.

Der bekannte Psychologe und Paartherapeut Klaus Heer geht auf die Ehrlichkeit in der Beziehung ein, Hochschuldozent Peter Holzwarth auf die Macht der Medien, und Christoph Joho, Co-Direktor des Leichtathletik-Meetings in Zürich, auf die Glaubwürdigkeit im Sport.

Während sich die beiden Ökonomen Rudolf Bätscher und Lars Stein der Ehrlichkeit im Berufsleben widmen, vermittelt der Schauspieler und Mime Christoph Schwager den Teilnehmenden Impulse zur Kommunikation mittels Körpersprache. Den Auftakt in das Thema macht die Publizistin und Pädagogin Cornelia Kazis mit einem Referat unter dem Titel «Der Wert der Werte».

«Notlügen als Diplomatie»

Einer, der in seiner Karriere stets mit ehrlicher Haltung und offenen Aussagen auffiel, ist Marco Büchel, der über seine Erfahrungen aus dem Sport sprechen wird. «Ich bin der Meinung, dass Emotionen immer sehr ehrlich sind. Abgesehen von der Unterhaltung, ist Sport nichts anderes als Emotionen und somit durch und durch ehrlich. Ehrlichkeit ist für mich auch Fairness, was ebenfalls ein wichtiger Punkt im Sport ist», sagt der WM-Medaillengewinner und vierfache Weltcupsieger.

Büchel, der sich selber als emotionellen Menschen bezeichnet, legt grossen Wert auf Ehrlichkeit. «Eine ehrliche und konstruktive Kritik haben mich im Leben oft weitergebracht.» Natürlich gebe es im Leben Situationen, in denen man mit Ehrlichkeit nicht weiterkomme und auf eine Notlüge zurückgreifen müsse.

«Das nenne ich dann Diplomatie», erklärt Büchel weiter und ergänzt: «Ehrlichkeit hat viel mit Vertrauen zu tun, und Vertrauen ist für mich die Voraussetzung für eine gute Beziehung, auch im freundschaftlichen Sinne.»

Das Aare Forum bleibt seinem Anspruch als Veranstaltung für Inputs und Gedankenaustausch, als Ort des Nach- und Überdenkens sowie als Mittel zur Erweiterung des eigenen Horizontes auch in diesem Jahr treu. Änderungen gibt es lediglich auf der personellen Ebene.

Erstmals führt die ehemalige TV-Moderatorin und heutige Radiofrau Sonja Hasler durch das Forum. Die Bernerin ist bekannt für ihre Schlagfertigkeit und ihren Mut, in Gesprächen auch mit unangenehmen Fragen nachzuhaken.

Den musikalischen Bogen über den ganzen Tag spannt Tinu Heiniger. Der Liedermacher, der in einer Zeit der Protestsänger gross geworden ist, bezog und bezieht stets Position, liess und lässt sich nicht verbiegen. Seine Lieder zwischen den Referaten sind deshalb die passende Abrundung. (mgt)