Drei der Erzählbändchen von Hanspeter Betschart sind bislang im hiesigen Knapp Verlag erschienen, «allesamt nicht mehr lieferbar», wie Verlagsleiter Thomas Knapp erklärt. Denn «Don Camillo am Merlot-Teich», wie Knapp den Kapuziner in Anlehnung an einen der Buchtitel bezeichnet, sei eben ein «wunderbarer Erzähler».

Mit Augenzwinkern

Betscharts neuster und womöglich letzter Wurf nennt sich «Domspatzen und Säulenheilige». Damit kann er, wie er augenzwinkernd berichtet, weder die musikalische Ader der Familie mütterlicherseits, noch jene des Vaters in bildender Kunst repräsentieren. Da wirkt dessen Anmerkung, er sei im Vergleich zu seiner Verwandtschaft «nichts mehr», so wie klerikales Understatement, zumal der Mann ab 8. September als Guardian des Kapuzinerklosters Wesemlin in Luzern wirken wird.

Zwischen den Buchdeckeln verbergen sich auf gut 130 Seiten 21 Geschichten, gespickt mit witzigen Bemerkungen, Reminiszenzen, philosophischen Ausflügen (aber solche mit Bodenhaftung), schier pontifikalem Charme oder simpel ausgedrückt – Beiträge der Kategorie hübsches klerikales Feuilleton mit dem so sympathisch wirkenden weltlichen Touch. Erlebnisse rund um Autosegnungen sind ebenso Ingredienzien wie jene zu Mäusen in der Küche des Stanser Klosters beziehungsweise des dortigen Kollegis.

Warum Humor wichtig ist

Den Reiseerlebnissen im Heiligen Land (seinerzeit von den Ordensobern ermöglicht), Erfahrungen mit Hunden (von «Rexli» bis «Lissi» und «Rado» samt Hundebiskuit kauendem Kapuziner) folgt schliesslich eine Auswahl an Predigten, unter denen die eine sich auch des Humors annimmt. Denn Humor, davon ist Betschart überzeugt, bewahre nicht nur vor aufgeblasenem Ego, sondern könne auch bedrückende Alltagswirklichkeiten übersteigen «und sogar zu himmlischen Lichtblicken befreien.» Lichtblicke: Die verschafft der Kapuziner mit «Domspatzen und Säulenheilige» allemal. Natürlich ganz von allein, wiewohl der wohlmeinende Beistand von oben nicht ganz ausgeschlossen werden darf. (hub)