Remo Meister hat nach dem gestrigen Spiel gesagt, dass man von Anfang an das eigene Spiel habe durchziehen können. War man nicht ein wenig überrascht, dass das so gut gelungen ist?

Patrick Parati: Nein, denn wir haben unser Spiel nicht gross geändert im Vergleich zu den vorherigen Serien. Ich glaube aber, dass wir uns seit dem Start der Playoffs haben steigern können. Nach einer Woche Pause weiss man aber nie so recht, ob man alles umsetzen kann – doch es ist uns wirklich gut gelungen. Das stimmt zuversichtlich.

Ihr habt euer Spiel gar so konsequent durchgezogen, dass beispielsweise ein Führungsspieler wie Chris DiDomenico schon bald einmal die Nerven verlor. Man hat also offenbar wirklich alles richtig gemacht.

Ehrlich gesagt ist mir das nicht gross aufgefallen. Wir schauen nicht darauf, was der Gegner macht, sondern versuchen, uns auf unser Spiel zu konzentrieren.

Ein anderer Schlüsselspieler, Kevin Hecquefeuille, langte nach Spielschluss zu und wurde nach einem Stockstich noch mit 14 Strafminuten eingedeckt. Wird das noch ein Nachspiel haben?

Das kann nicht sagen, da sind die Coaches und die sportliche Führung gefragt. Ob das Konsequenzen nach sich ziehen wird, kann ich als Spieler nicht beurteilen (siehe dazu Textbox, Anm. d. Red.).

Es wurde ohnehin ziemlich viel diskutiert, auch mit den Schiedsrichtern – war es das übliche Finalgeplänkel oder war doch mehr dahinter?

Natürlich gehen die Emotionen im Playoff-Final hoch, man ist nicht immer gleicher Meinung. Ich fand ein paar Entscheide doch etwas komisch, den Penalty-Pfiff beispielsweise. Als Spieler versucht man, jedes Detail richtig zu machen; wenn solche Entscheide dann drohen, ein Spiel zu entscheiden, dann gehen die Emotionen verständlicherweise höher.

Mit diesem 3:2 hat man Langnau den ersten Denkzettel verpasst. Was denken Sie: War dieser Fehlstart des Qualifikationssiegers nur ein Misstritt oder vielleicht doch etwas mehr?

Wir konzentrieren uns auf uns – was Langnau für Lehren zieht und wie es im nächsten Spiel auftritt, kann ich nicht beurteilen. Wir haben unsere Ziele, und die wollen wir erreichen.

Was bedeutet der Auftaktsieg für Ihre Mannschaft?

Das war nur ein erster kleiner Schritt. Ein Sieg. Das heisst in einer Finalserie noch gar nichts. Gut, konnten wir ihn holen. Solche Sachen gilt es, schnell auf die Seite zu schieben und sich dem nächsten Spiel zu widmen. Alles geht sehr schnell.

Langnau galt vor der Finalserie als Favorit – wie hat man selber die Stärkeverhältnisse gesehen vor dem Finalauftakt?

Natürlich respektiert man einen solchen Gegner, gleichzeitig haben wir aber gewusst, dass wir eine gute Mannschaft haben, über vier gute Linien und zwei starke Goalies verfügen. Deshalb waren wir sicher, dass viel drinliegt. Wir haben aber bewusst darauf verzichtet, uns zu stark mit der Ausgangslage auseinanderzusetzen. Der Fokus lag ganz klar auf dem eigenen Spiel.

Wie liegen denn jetzt die Stärkeverhältnisse: Ist jetzt Olten in der Favoritenrolle oder hat man «nur» die bessere Ausgangslage nach dem Auswärtssieg?

Es ist ein Spiel absolviert. Wichtig ist jetzt, dass man nicht zu spekulieren beginnt, denn das bringt überhaupt nichts. Die Situation ändert sich mit jedem Spiel. Man verliert nur Energie, wenn man sich zu sehr in solche Überlegungen verstrickt. Es zählt einzig, was auf dem Eis passiert.