Wenn der Eishockeyclub Olten (EHCO) im Eisstadion im Kleinholz spielt, ist immer auch die Polizei präsent. Zu Recht, wie verschiedenste Vorfälle vor, während und nach den Spielen immer wieder zeigen. Die Kosten für diese Sicherheitseinsätze der Polizei wurden dem Verein bisher nicht in Rechnung gestellt. Das wird in Zukunft anders sein. René Wernli hatte den Stadtrat mit einem Postulat aufgefordert zu prüfen, «inwieweit Sicherheitskosten für Sportveranstaltungen, die das «normale» Mass überschreiten, dem Veranstalter weiterverrechnet werden können.»

Der Stadtrat hat dies getan und ist zum folgenden Schluss gekommen: «Damit alle Veranstalter und Vereine in Bezug auf ausserordentliche Polizeileistungen gleich behandelt werden, soll mit dem EHCO für die Eishockeyspiele eine kostenmässige und für den Verein vertretbare Kostenrechnung getroffen werden.»

Erhebliche Kosten

Die Kosten, die der Stadt für diese Sicherheitsdienste entstehen, sind beträchtlich. Sie betrugen in der Saison 2011/12 zum Beispiel 130393 Franken, in der Saison 2010/11, einer Saison ohne Playoff – 104429 Franken. In diesen Zahlen nicht inbegriffen sind die Kosten für die Kantonspolizei, die sich in der Saison 2010/11 auf 83640 Franken summierten.

Zeitpunkt umstritten

Der Grundsatz, dass dem Verein Kosten in Rechnung gestellt werden sollen, war im Gemeinderat unbestritten. Infrage gestellt wurde der Zeitpunkt, ab wann dies geschehen soll. Hier wollte der Stadtrat zuwarten, bis die Eishalle saniert ist, «weil zu diesem Zeitpunkt die Aufwendungen für die Polizei aufgrund der neuen Infrastruktur ohnehin neu beurteilt werden müssen».

Postulant René Wernli etwa fand, man könnte sofort das Gespräch suchen, und verwies auf die Kantonspolizei, die seit 2012 dem EHCO eine Rechnung schickt. Er wurde in diesem Punkt von Simon Haller, Fraktionssprecher von CVP/EVP/GLP ausdrücklich unterstützt, und auch Anita Huber meinte im Namen der Fraktion Grüne: «Wer ausserordentliche Sicherheitskosten verursacht, soll sich daran beteiligen – unabhängig der finanziellen Lage des Vereins.»

Grossveranstaltungen betroffen

Thomas Marbet, Sprecher der SP, wies auf die Schwierigkeit der Unterscheidung zwischen ausserordentlichen Aufwendungen und der Grundaufgabe der Polizei im Sicherstellen von Ruhe und Ordnung: «Wir hätten auch keine Freude, wenn nach dem Umzug am 1. Mai eine Rechnung der Polizei eintreffen würde.»

Stadträtin Iris Schelbert hörte die Botschaft. Sie erklärte sich bereit, das Gespräch mit dem EHCO schon vor dem Fertigstellen des Eisstadionumbaus aufzunehmen. Sie betonte, es sei dem Stadtrat wichtig, dass alle Sportveranstaltungen gleich behandelt würden. Sie räumte auch Befürchtungen aus dem Weg, dass Kleinveranstalter betroffen wären; die Regelung betreffe in erster Linie grosse Sportveranstaltungen mit Werbeeinnahmen.