Olten
E-Parkplätze und Parkregime führen auf dem Munzingerplatz schon mal in die Irre

Die grün markierten Parkflächen auf dem Oltner Munzingerplatz neben den Stromladestationen für Elektroautos sind auch für benzin- oder dieselbetriebene Autos nutzbar. Dies berichtete die «Neue Oltner Zeitung» Mitte Dezember. Diese Regelung ist nicht verankert sondern appelliere an den gesundem Menschenverstand.

Urs Huber
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Im ersten Betriebsquartal wurden an der Stromladestation der a.en auf dem Munzingerplatz 50 Ladungen bezogen; manchmal dienen die unbesetzten grünen Parkflächen auch als Fluchtweg aus der Sackgasse.

Im ersten Betriebsquartal wurden an der Stromladestation der a.en auf dem Munzingerplatz 50 Ladungen bezogen; manchmal dienen die unbesetzten grünen Parkflächen auch als Fluchtweg aus der Sackgasse.

Bruno Kissling

Seit Mitte Dezember letzten Jahres ist klar: Die auf dem Oltner Munzingerplatz grün markierten Parkflächen neben den Stromladestationen für Elektroautos sind auch für benzin- oder dieselbetriebene Autos nutzbar. Die «Neue Oltner Zeitung» brachte es an den Tag. Aber eigentlich, so eine stadtbekannte Stimme, komme einem vernünftig denkenden Menschen von selber in den Sinn, dass die Plätze für Elektrofahrzeuge gedacht seien. Aber die Sachlage ist liberal geregelt, wie Stadtschreiber Markus Dietler auf Anfrage erklärt, bevorzugt keine Verkehrsträger. Denn: «Der Stadtrat will erst einmal beobachten, wie sich die Situation dort entwickelt.» Und? «Es gibt derzeit keinen erkennbaren Bedarf, an der momentanen Situation etwas zu ändern», so Dietler weiter. Man wolle die Situation vorläufig weiter im Auge behalten und im Stadtrat allenfalls später über eine mögliche definitive Regelung entscheiden. Wollte man die beiden Flächen ausschliesslich für Elektrofahrzeuge freihalten, wäre eine Zusatzbeschilderung notwendig.

50 Ladevorgänge seit Oktober

Die Anzahl der Batterieladungen, die seit Mitte Oktober letzten Jahres auf dem Munzingerplatz vollzogen wurden, wird von der Aare Energie AG (a.en), der Betreiberin der beiden Ladestationen, als positiv bewertet, wie Kommunikationsleiter Beat Erne auf Anfrage erklärt. «Im ersten Quartal wurden 50 Ladevorgänge seit der Inbetriebnahme am 22. Oktober gezählt. Die durchschnittliche Ladedauer betrug ziemlich genau eine Stunde.» Die Ladestation sei in das Ladenetzwerk Move integriert. «Ansonsten aber wurde keine spezifische Werbung dafür gemacht. Von daher ist die Frequentierung gut angelaufen, hat aber noch ‹Luft nach oben›», führt Erne weiter aus. Zudem sei zu beachten, dass die beiden E-Parkfelder normal gebührenpflichtig sind und auch von Nicht-E-Fahrzeugen belegt werden können. Das «Fremdparkieren» allerdings sei kein grosses Problem. «Die grüne Fläche hat sich – nicht nur in Olten – soweit etabliert, dass diese als E-Parkfläche wahrgenommen und meist auch respektiert wird», so Erne. Die a.en beabsichtige auch, weitere E-Ladestationen im innerstädtisch-öffentlichen Raum zu prüfen beziehungsweise zu realisieren.

Frontal in die Sackgasse

Mit dem neuen Parkregime auf dem Munzingerplatz hat sich auch ergeben, dass die mittlere Parklinie auf dem Platz in die Sackgasse führt, weil an deren Ausgang die neue Bushaltstelle zu liegen kam und die Ausfahrt verunmöglicht. Das führt gelegentlich zur Situation, dass Automobilisten in die Sackgasse einbiegen und erst dann feststellen, dass kein Parkplatz frei ist. Pech, wenn dabei im Rücken noch ein Nachfolger wartet, der ebenfalls eine Parklücke sucht. Im Stadthaus ist man sich dieser Problematik bewusst, stellt sich aber auf den Standpunkt, dass die sechs Meter breite mittlere Fahrstrasse genügend Raum biete, um den Wagen zu wenden. Glück dagegen hat, wer über die grün markierten Flächen den Ausweg aus der Sackgasse findet. Bislang habe sich niemand offiziell über das Parkregime beschwert, sagt Lukas Müllegg auf Anfrage. Der städtische Bereichsleiter Verkehr weiss aber, dass sich hinter vorgehaltener Hand auch schon etwas Ärger über die Situation ergeben hat.