Das Wetter machte dem mit 1000 Plätzen grössten Public Viewing für die Fussball-EM in der Oltner Schützi zum Teil einen Strich durch die Rechnung, trotzdem zieht der Veranstalter Nicolas Castillo ein positives Fazit: «Wir schreiben eine schwarze Null und können alle Ausgaben zahlen.» Weil er keinen Eintritt verlangte, sei das Public Viewing gut ausgelastet gewesen, und er hätte auch ein paar Mal volles Haus gehabt.

«Doch bei nassem oder kühlem Wetter machte es die Zuschauer halt weniger an, mehr als ein Bier zu konsumieren. Manche tranken auch gar nichts», so Castillo. Vielleicht müsse er sich überlegen, in einer Neuauflage, einen Konsumationszwang einzuführen. Der freie Eintritt solle aber bleiben.

Italien war Publikumsrenner

Publikumsrenner bei den Mannschaften waren zum einen Italien – wenn die Fans in der Schützi die Hymne mitgesungen hätten, habe dies auch bei Castillo als spanischen Secondo Gänsehaut ausgelöst – und natürlich die Schweiz. «Wären sie weitergekommen, hätte das auch mir gutgetan», sagt er lachend. Gut angekommen beim Publikum sei die 5,5 Meter breite und 3 Meter hohe LED-Wand. Bei der letzten Ausgabe hatte der 40-Jährige nur einen TV-Turm mit 90-Zoll-Bildschirmen aufgestellt gehabt.

Ob es zu einer weiteren Auflage des Public Viewings für die WM 2018 in der Schützi kommt, ist allerdings noch nicht ganz klar. Es wäre die insgesamt fünfte. Der Partner Swisscom und die Sponsoren haben laut Castillo angedeutet, weiterhin mit ihm zusammenarbeiten zu wollen. «Sie können die Plattform nicht nur als Werbeauftritt nutzen, sondern pflegen hier auch den Kundenkontakt.» Wenns bodenständiger sein muss, bei Bratwurst und Bier im Public-Viewing-Bereich, sonst stillvoller in seinem Restaurant Schlosserei-Genussfabrik.

Bis zur nächsten Auflage sollte Castillo auch die Dachterrasse auf seinem Lokal als Lounge realisiert haben. Er plant auf den beiden Flachdächern von 63 m2 und 48 m2 eine Erweiterung seiner Gartenterrasse. Derzeit ist noch eine Einsprache hängig (wir berichteten). Demnächst findet mit der Einsprecherin und der Baukommission ein Augenschein vor Ort statt. Castillo hofft auf eine gütliche Einigung.